Dienstag, 24.03.2020, 08:55 Uhr Umgang mit der Corona-Krise – die „möbelfertigung“ fragt nach

Stefan Zinn, CCO von Pfleiderer

Wie ist die Situation in den einzelnen Unternehmen? Erste Produktionen ruhen, geschlossene Grenzen, neue Vorgaben im Speditionsbereich, mittlerweile sind auch einige Zulieferteile schwieriger zu bekommen. Und auch der Produktionsstopp in China macht sich durch ausbleibende Container-Lieferungen bemerkbar. Die „möbelfertigung“ hat sich am Markt umgehört und mit Anbietern entlang der Wertschöpfungskette gesprochen.

„möbefertigung“: Inwiefern sind Sie produktionsseitig von der Corona-Krise betroffen?
Stefan Zinn: Bislang spüren wir weder in der Belieferung mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, noch in der Produktion merkliche Auswirkungen. Wir sind zum Glück bis jetzt nicht von Erkrankungen betroffen und haben schon vor Wochen vielfältige Maßnahmen getroffen, um unsere Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Partner zu schützen. Derzeit laufen unsere Werke noch mit guter bis sehr guter Auslastung. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Bild im April ändern wird.

„möbefertigung“: Gibt es Probleme in Ihrer Lieferkette, beispielsweise weil jetzt die letzten Container aus China eintreffen und bestimmte Teile weniger verfügbar sein werden?
Stefan Zinn: Die Bezugsquellen der Pfleiderer Gruppe für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind fast ausschließlich standortnah angesiedelt. Wir prüfen die Situation kontinuierlich mit unseren Lieferanten, um proaktiv agieren zu können. Die aktuelle Situation an den Grenzen, mit deutlich längeren Warte- und Übergangszeiten, ist in Einzelfällen bereits spürbar. Das ist derzeit noch nicht besorgniserregend, wir haben aber in den letzten Tagen und Wochen gesehen, wie schnell sich Umstände und Rahmenbedingungen ändern können.

„möbefertigung“: Wie bewerten Sie die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Corona-Virus?
Stefan Zinn: Mit einem Wort: „positiv“. Wir haben frühzeitig die Empfehlungen des Robert Koch Instituts umgesetzt und darüber hinaus erweiterte standortspezifische Maßnahmen ergriffen. Die gesellschaftlichen Maßnahmen aus Politik und Institutionen begrüßen wir und fordern unsere Mitarbeiter zur Beachtung auf. Sorgen bereitet der Umgang damit durch den Teil der Bevölkerung, der nicht verstehen will, wie wichtig diese Maßnahmen zur Bewältigung der Krise sind.

„möbefertigung“: Gibt es als Unternehmen dafür einen „Notfallplan“?
Stefan Zinn: Grundsätzlich hat man als Unternehmen Notfallpläne für diverse mögliche Ereignisse – aber Corona ist etwas völlig Neues. Gemeinsam befinden wir uns in einer Situation, die es auf der Welt so noch nicht gegeben hat – viele Umstände sind neu und ungewohnt für jeden Einzelnen von uns. In unserem Fall haben wir schnell und umsichtig bestehende Pläne der Situation angepasst. Wir gehen Stand heute davon aus, dass die Auswirkungen auf alle Lebens- und Geschäftsbereiche noch drastisch zunehmen werden.

„möbefertigung“: Welche Unterstützung würden Sie sich von der Regierung wünschen?
Stefan Zinn: Wir begrüßen, dass die Politik und die Zentralbanken sehr umfassende und sehr große Hilfspakete angekündigt haben beziehungsweise einige bereits umgesetzt haben. Wir fordern insbesondere Hilfspakete für unsere mittelständische Industrie und kleine Gewerbetreibende und Selbständige, die auch in unserer Industrie die Kundenbasis darstellen. Dies muss über Darlehen, die die Unternehmen in der Zukunft übermäßig belasten, hinausgehen.











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