Freitag, 27.12.2019, 13:05 Uhr Schmidt Groupe

500.000 Euro für das Stammwerk in Türkismühle

Eine Küche ist kein T-Shirt. Viel eher sollte sie wie ein Maßanzug sein, der wie eine zweite Haut auf die jeweiligen Lebensumstände geschneidert wird. Individualisierung auf allen Ebenen – das hat sich Schmidt Küchen und Wohnwelten auf die Fahnen geschrieben. Wie ein Designer von Haute Couture entwirft, gestaltet und konstruiert das deutsch-französische Traditionsunternehmen millimetergenaue Inneneinrichtungslösungen. Der hohe Anteil an Sondermaßen erfordert auch Optimierungen im hochkomplexen Verarbeitungsprozess. Eine solche hat die deutsch-französische Schmidt Groupe nun mit einer Investition von einer halben Million Euro an ihrem Stammsitz im saarländischen Türkismühle vorgenommen.

Zum einen hat Europas fünftgrößter Küchenhersteller Ende November den circa 2.500 Quadratmeter großen Abstellplatz für die LKW-Aufleger und Container gegenüber dem Verwaltungsgebäude vergrößert, modernisiert und besser zugänglich gemacht. Zum anderen wurde für die Investitionskosten von rund 250.000 Euro eine Kartonschneidemaschine in Betrieb genommen. Die Aufgabe dieser Hightech-Anlage mit dem etwas sperrigen Namen „Homag Automation Paqteq C-250“ ist es, die zum Verpacken von Möbeln, Fronten, Schubkasten oder Sockeln benötigten Kartonagen einfach und schnell zuzuschneiden. Und das macht die Maschine auf den Millimeter präzise und in der richtigen Reihenfolge.

Jeder Karton wird nun in Losgröße eins gefertigt – er ist ein Maßanzug aus Pappe. „Die neue Maschine schneidet, perforiert und rillt perfekt angepasste Verpackungen mit bestem Produktschutz. Wir fertigen jetzt genau die Kartonagen, die wir benötigen: in optimaler Form, mit hohem Volumennutzungsgrad, bei niedriger Verschnittmenge und bei minimalen Stückkosten“, erklärt Projektleiter Thomas Scheid.

Diese Investition ist eine weitere Stärkung des Standortes Türkismühle. Schon im vergangenen Jahr wurde für eine halbe Million Euro eine neue Bandanlage installiert, welche die Prozesskette und den Materialfluss innerhalb des Werkes erhöht. Ein großer Nutzen der Neuanschaffung jetzt: Der Verpackungsprozess wird radikal vereinfacht. Für Sondermaße mussten zuvor die Standard-Kartonagen umständlich und mühsam durch Handarbeit mit einem Cutter-Messer zurechtmodelliert werden.

„Durch den akkuraten Zuschnitt entfällt nun das Anpassen. Auch ist das Kommissionieren der Lagerware nicht mehr nötig, weil die ressourcenschonende Maschine in exakt der Reihenfolge zuschneidet, wie die Teile auch verpackt werden müssen“, sagt Produktionsleiter Christian Sendler. Weiterer Vorteil: Die Qualität der Verpackung hat sich deutlich verbessert. Auf der einen Seite wird das Erscheinungsbild sichtbar aufgewertet, was auch dem hochwertigen Inhalt sicher gerechter wird. Auf der anderen Seite hat sich der Schutz der Möbel während des Transports zum Endkunden erhöht – was wiederrum die Transportschäden minimiert.

Auch verringerte sich der Bedarf an Verpackungs- und Füllmaterialien. Und die Lager- beziehungsweise Logistikkosten reduzierten sich ebenso drastisch. „Im Werk wurde sogar eine komplette Lagerhalle frei, die wir nun für andere Zwecke nutzen können“, erklärt Thomas Scheid. Zuletzt wurden dort über 120 verschiedene Verpackungsreferenzen gelagert, die es nun nicht mehr benötigt. Diese Vielfalt war erforderlich, weil zunehmend Küchen- und Wohnraummöbel auf Maß verlangt werden.

In der Summe verlassen jeden Tag 700 fertige Küchen die hochmodernen Möbelfabriken der Schmidt Groupe. Produziert werden sie in bester Qualität. Gleiche Maßstäbe werden in der Verpackungs- und Logistikkette erwartet. So wie der Küchenkauf von der Stange längst passé ist, sind es auch vorkonfektionierte Normverpackungen. Die in dritter Generation von Anne Leitzgen geführte Schmidt Groupe fertigt überwiegend in Frankreich – ein Werk befindet sich in Lièpvre, drei in Sélestat sowie eines in Bergheim, das aber ausschließlich zur Kommissionierung dient. Hinzu kommt das im Produktionsverbund arbeitende deutsche Stammhaus in Türkismühle. Insgesamt produziert Schmidt auf einer Fläche von rund 223.000 Quadratmetern. Im Jahr stellen 1.766 Mitarbeiter über eine Million Möbelelemente für Küchen und Wohnwelten her.

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