Mittwoch, 20.11.2019, 15:50 Uhr Kettnaker

Von der Schreinerei zur international agierenden Manufaktur

Die 150-jährige Geschichte der Manufaktur Kettnaker reiht Meilensteine aneinander: Erfolge, Auf- und Abschwünge sowie Erfindungen, die die Branche verändern. Heute fertigt das Unternehmen am Standort Dürmentingen mithilfe eines modularen Baukasten-Systems hoch individuelle, frei konfigurierbare Möbelsysteme. Dabei werden Lösungen für alle Raumtypen entwickelt: von Kleiderschränken und Sideboards über Tische bis zur Regalwand und zum Bett, umgesetzt mit hochwertigen Materialien in unnachahmlicher Präzision. Ein Highlight ist die „Soma“ Serie: die Blenden des Einrichtungssystems können auf Wunsch mit einem einzigartigen Magnetwechselsystem ausgestattet und die Fassadenplatten mit einem Handgriff ausgetauscht werden. Die „Alea“ Kollektion ist ähnlich flexibel: Sämtliche Module lassen sich beliebig aneinanderreihen oder stapeln – skulpturale Statement Pieces entstehen. „Bespoke furniture“ prägt der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Kettnaker als Leitbegriff für die Ausrichtung der Manufaktur. „Wir haben es geschafft, 150 Jahre unabhängig zu bleiben. Das verdanken wir unseren zeitlosen und qualitativ hochwertigen Produkten sowie einer engen Partnerschaft mit dem Handel. Wir leben Traditionen und brechen sie, wenn die richtige Zeit dafür ist. Individuelles Design, Innovationskraft und ein starker Teamgeist bescheren uns ein gesundes Wachstum, national und international. Das ist unser Weg in die Zukunft.“

Die mittelständische Dynamik prägt das Unternehmen von Beginn an. Im Jahr 1870 gründet Karl Kettnaker eine Schreinerei im oberschwäbischen Dürmentingen. Sein Sohn führt das Unternehmen als klassische Schreinerei mit Einzelfertigung und Direktverkauf weiter. 1960 vernichtet ein Großbrand die Produktion vollständig. Die dritte Generation meistert den Neuanfang mit einem starken Teamgeist. Sie erkennt das Potential der Serienfertigung von Korpusmöbeln und läutet damit eine Zeitenwende im Unternehmen ein.

Bereits 1987, noch während seines Wirtschaftsingenieur-Studiums, muss der heutige geschäftsführende Gesellschafter, Wolfgang Kettnaker, den Platz seines verstorbenen Vaters einnehmen. 1999 wird er alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. „Ich bin neben der Hobelbank meines Großvaters aufgewachsen, durfte viel in der Werkstatt experimentieren“, erinnert er sich. Gemeinsam mit dem Entwickler-Team stößt er zukunftsweisende Veränderungen an. Das Design wird moderner und puristischer, neue Materialien kommen hinzu. Ende der 1990er-Jahre erweitert Kettnaker das Sortiment um Lackoberflächen. Die erfolgreiche Entwicklung im Markt schafft Wachstum, das auch für die Gemeinde Dürmentingen sichtbar wird. 2005 entsteht ein neues Bürogebäude mit großem Showroom, in dem die vielseitig gewachsene Kollektion dem Publikum präsentiert wird.

In Zeiten der Finanzkrise muss die Ausrichtung erneut überprüft werden. „Der Markt hat sich in kürzester Zeit konsolidiert. Um in dieser kritischen Phase im Wettbewerb zu bestehen, hatten wir nur eine Chance: Wir mussten in ein noch spitzeres Marktsegment vordringen und die bestehenden Produkte noch luxuriöser und individueller gestalten. Unser Ziel war es, noch feiner und minimalistischer zu werden sowie eine große Materialvielfalt zu ermöglichen“, beschreibt Wolfgang Kettnaker die Situation.

Eine außergewöhnliche Idee leitet den Wendepunkt ein: Der Möbelkorpus erhält magnetisch befestigte Fassadenplatten in sechs Millimeter dünner Materialstärke. Mit ihm lässt sich die Ästhetik eines Möbels mit wenigen Handgriffen verändern. Die Front des Möbels wird von der Funktion des Korpus abgetrennt, so dass der anspruchsvolle Kunde dem Möbel eine Ästhetik nach seinen individuellen Vorstellungen verleihen kann. Ganz neue Materialien wie hinterlackiertes Glas und Aluminium verleihen den Kettnaker-Möbelsystemen fortan ihre außergewöhnliche und einzigartige Handschrift. Das Magnetwechsel-System „Soma“ ist eine Sensation in der Branche.

Im Jubiläumsjahr richtet Wolfgang Kettnaker das Unternehmen auf die Zukunft aus. Das Sortiment wird um Kleiderschränke und gepolsterte Betten erweitert: „Unser Weg orientiert sich nicht primär an Trends, es geht um Werte, Zeitlosigkeit und die Qualität einer Manufaktur. Denn modulare Möbelsysteme begleiten den Nutzer oft durch das ganze Leben. Mit Hilfe unserer flexiblen Systeme können diese jeden Wandel und Umzug in eine andere Umgebung mitmachen.“ Alle Entwicklungs- und Fertigungsprozesse finden zu 100 Prozent in Deutschland statt. „Jedes einzelne Teil wird im Fertigungsprozess mehrmals in die Hand genommen, wir schleifen nach, verbessern, kontrollieren“, sagt Wolfgang Kettnaker. „Nur so gelingt es uns, mit einem Team aus langjährigen und selbst ausgebildeten Mitarbeitern die Qualität zu gewährleisten, die wir mit unserer Marke versprechen.“

Als Erfolgsfaktor von Kettnaker gilt nicht zuletzt die starke Partnerschaft mit seinen Händlern. Die Rückmeldung der Kundenbedürfnisse nehmen wir sehr ernst, sie ist wesentlicher Motor unserer Innovationskraft“, erläutert Wolfgang Kettnaker. Wir wollen unseren Partnern das zur Verfügung stellen, was sie für ihre Kunden benötigen.“ Der gelebte Austausch und die Verbindlichkeit im Service gehören zum Unternehmensethos. Das Partner-Netzwerk erstreckt sich auf den gehobenen Einrichtungs-Fachhandel sowohl in Metropol- als auch in ländlichen Regionen, auf Interior Designer und Innenarchitekten. Auch in Moskau, Dubai und Shanghai schreitet die Internationalisierung von Kettnaker kontinuierlich fort. Heute zählt das Unternehmen zu den Top 50 Luxusmarken in Deutschland. „Jede Generation muss das Geschäft einmal neu hinterfragen und zeitgemäß neu definieren“, betont Wolfgang Kettnaker. „Mit einem modernen Maschinenpark und hoher Systematik formen wir heute, im frühen 21. Jahrhundert, eine Designsprache für anspruchsvolle Individualisten. Wir nennen Serie und Unikat in einem Atemzug.“






Ähnliche News...

Dienstag, 27.05.2014, 17:05 Uhr
Hettich

Preisgekröntes Design zum anfassen

Die Ausstellungen der „iF Design Exhibition“ in Hamburg sowie im „Red Dot Museum“ in Essen präsentieren herausragendes internationales Produktdesign und sind Anziehungspunkte für die design- und ... weiter...

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos