Freitag, 07.06.2019, 13:45 Uhr Initiative Furnier + Natur

Furnierwirtschaft Drehscheibe Deutschland

Im Mai veröffentlichte die Initiative für Furnier + Natur (IFN) wieder ihren alljährlichen „Lagebericht“. Gewohnt gekonnt fasste Ursula Geismann, Geschäftsführerin der Initiative, die wirtschaftliche Situation zusammen: „Immer mehr Endkunden bevorzugen das ,Carpaccio des Holzes‘ – also Furnier – gegenüber seinen bedruckten Mitbewerbern, denn die Sensibilität für authentische und natürliche Oberflächenmaterialien steigt. Die aktuelle Nachfrage der ebenso natürlichen wie vielfältigen Oberfläche zeigt, dass der traditionsreiche Holzwerkstoff Furnier eine recht stabile Marktperformance erzielt. Holz erlebt einen großen Zuspruch, in manchen Produktsegmenten sogar eine regelrechte Renaissance.

Furnier kann traditionell verwendet werden, aber auch beispielsweise mit personalisierter Oberfläche für den Ladenbau, bei dem die Furniere spezifisch bedruckt werden. Außerdem ist es heute möglich, besonders individuelle Oberflächen wie gebürstete, sägeraue, faserraue, wellig gehobelte und gehackte Optiken herzustellen. Selbst den ausgefallensten Kundenvorgaben sind daher kaum noch Grenzen gesetzt. Furnier ist dabei auch „grün“, denn es ist ganzheitlich nachhaltig. Und unser traditionsreicher Holzwerksstoff kann jetzt vor dem Hintergrund einer steigenden Sensibilität gegenüber Plastikmüll, deutlich an Bedeutung gewinnen. So werden Versuche unternommen, etwa Trinkbecker, Bankkarten, Geschirr und Besteck, sogar Kleidung und Schuhe aus Furniervarianten herzustellen. Lampenschirme, Handtaschen, und all die anderen Produkte, die in der IFN-Kampagne „Furniergeschichten! vorgestellt werden, zeugen daher auch von Verantwortung für die Umwelt.

Eine Verantwortung, die die Industrie erkannt hat und umsetzt. Die IFN übrigens ist ein international agierender Verband mit Mitgliedern aus der Schweiz, aus Slowenien, der Slowakei, Estland, Österreich, Belgien und Deutschland, der die ökologischen und individuellen Qualitäten von Furnier besonders herausstellt.

In den vergangenen Jahrzehnten ist der deutsche Furniermarkt durch dramatische Einbrüche in der Produktion, im Export und auch im Import gekennzeichnet.

Von 2008 bis 2018 stabilisierte sich allerdings das Marktvolumen auf nunmehr 61,5 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum ging die inländische Produktion auf 49,1 Mio. Euro zurück. Die Exporte sanken ebenfalls leicht auf 140,7 Millionen Euro, die Importe sanken leicht auf jetzt 153,1 Millionen Euro.

Deutschland entwickelte sich in den letzten beiden Jahrzehnten von einem starken Furnierproduzenten zu einer Handelsdrehscheibe für Furnier. Der größte Teil der deutschen Furniere wird inzwischen nicht mehr in Deutschland selbst produziert, sondern aus dem Ausland importiert.

Ein großer Teil der Furnierproduktion wurde in den letzten Jahren ins Ausland verlegt. Im Jahr 2018 importierte Deutschland Furnierblätter im Wert von 153,1 Millionen Euro.

Die wichtigsten Ursprungsländer waren die USA mit 16,2 Millionen Euro, Tschechien mit 12,7 Millionen Euro, dicht gefolgt von Österreich mit 12,5 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden große Furniermengen wieder ausgeführt, der Exportwert blieb mit leichter Abschwächung recht stabil bei 153,1 Millionen Euro.

Zu den wichtigsten Exportmärkten gehörten die USA mit 14 Millionen Euro, Italien mit 12,3 Millionen Euro und Tschechien mit 11,5 Millionen Euro. Das Marktvolumen im Baltikum, Estland, Lettland und Litauen, ist in der Summe mit 40,5 Millionen Euro sehr hoch. Auffällig ist außerdem der hohe Wert von 41,5 Millionen Euro, den Estland im Export bei einem Produktionswert von 40 Millionen Euro, im Jahr 2017 erzielt. Neuere Zahlen liegen von Eurostat leider noch nicht vor. Furnier wird im Baltikum vor allem für Möbel weiter veredelt. Ein großes Volumen an Furnier geht aus Estland beispielsweise nach Litauen, von wo aus es zu Möbeln verarbeitet weiter exportiert wird.“





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