Freitag, 15.03.2019, 11:55 Uhr Vollmer & Ceratizit

Zerspanen mit schwäbischem Sachverstand

Schwäbische Nachbarn sind sie – die Ceratizit Balzheim GmbH und die Vollmer Werke GmbH in Biberach. In den vergangenen drei Jahren hat der Schärfspezialist Vollmer 14 Schleifmaschinen der „VGrind“ Reihe in das nur 30 Kilometer entfernte Balzheim geliefert. Der dortige Werkzeughersteller Ceratizit schärft mit den Maschinen Vollhartmetallwerkzeuge wie Bohrer, Fräser, Reibahlen oder Senker. Zum Einsatz kommen die Werkzeuge weltweit bei der Zerspanung von Materialen wie Verbundwerkstoffen, Titan, Stahl oder Aluminium und in Branchen wie beispielsweise der Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie oder Medizintechnik.

„In Balzheim bündeln wir unsere Expertise rund um Vollhartmetallwerkzeuge, die wir für die Fertigungsindustrie konzipieren und produzieren“, sagt Dr. Georg Lamers, Geschäftsführer der Ceratizit Balzheim GmbH & Co. KG. „Insgesamt haben wir am Standort mehr als 470 Beschäftigte, die eine große Palette von Standardwerkzeugen produzieren. Insbesondere für unsere Aerospace-Kunden entwickeln wir darüber hinaus auch sehr viele Sonderwerkzeuge.“

Ceratizit Balzheim ist Teil der internationalen Ceratizit-Gruppe, die weltweit mehr als 30 Produktionsstandorte besitzt und rund 9.000 Menschen beschäftigt. Außer Vollhartmetallwerkzeugen fertigt das Unternehmen auch Wendeschneidplatten sowie PKD- und CBN-Werkzeuge, Hartmetall- und Cermetstäbe, Produkte für die Holz- und Gesteinsbearbeitung sowie Verschleißteile für verschiedene Industrien. Im schwäbischen Balzheim hat Ceratizit die Erfahrung und das Know-how der vorherigen Unternehmen GW (Günther Wirth) und Klenk zum Kompetenzzentrum für Vollhartmetall zusammengefasst. Dort entstehen vor allem Bohrer, Fräser, Reibahlen oder Senker mit Durchmessern von unter einem bis über 25 Millimetern.

Für das Bearbeiten der Vollhartmetallwerkzeuge setzt Ceratizit auf das Wissen und die Technologien des Biberacher Schärfspezialisten Vollmer. Allein in Balzheim stehen 14 „VGrind“ Schleifmaschinen des schwäbischen Nachbarn: 2016 lieferte Vollmer die erste „VGrind 160“ und damit den Grundstein für eine partnerschaftliche Geschäftsbeziehung. Außer in Balzheim schleift Ceratizit auch an den Produktionsstandorten in Indien, USA, Frankreich und Italien mit neun weiteren „VGrind“ Maschinen seine Präzisionswerkzeuge für den internationalen Markt.

„Wir liefern als Gruppe nicht nur Werkzeuge, sondern entwickeln für unsere Kunden auch vollständige Zerspanungslösungen für Baugruppen wie beispielsweise Turbolader aus Aluminium oder Bremssysteme“, sagt Dr. Georg Lamers. „Über unsere Standorte hinweg stellen wir mit einem der komplettesten Portfolios in der Zerspanungsbranche hierfür die passenden Werkzeuge unserer Kompetenzmarken Cutting Solutions by Ceratizit, Komet, WNT und Klenk zusammen.“

Während Ceratizit Balzheim für Vollhartmetallwerkzeuge zuständig ist, liefern andere Standorte ergänzend dazu unter anderem Wendeschneidplatten sowie PKD- und CBN-Werkzeuge. Die industriellen Angebote gehen bei Ceratizit über die Werkzeuge hinaus und erstrecken sich bis hin zu digitalen Industrie-4.0-Lösungen. So können Kunden mit dem Überwachungs- und Assistenzsystem „Toolscope“ eine IoT-basierte (Internet of Things) Produktion überwachen und optimieren. „Toolscope“ erfasst und dokumentiert während der Bearbeitung verschiedene Maschinendaten wie das Drehmoment einer Spindel oder den Namen eines aktuell genutzten Programms. Auch Ereignisse wie Werkzeugwechsel oder Maschinenstillstand werden registriert und warnen Anwender frühzeitig vor Abnutzung, Verschleiß oder Schäden der Werkzeuge.

„Unser Kunde Ceratizit zeigt, wie sich auch im Werkzeugbau das Thema IoT etabliert und Unternehmen mit Industrie 4.0 ihre Fertigungsprozesse verbessern“, sagt Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Aus diesem Grund haben wir die Initiative ,V@dison‘ gestartet, um gemeinsam mit Partnern IoT-Lösungen zu entwickeln. Das Ziel sind durchgängige Datentransfers über die gesamte Wertschöpfung hinweg, um von der Schärfmaschine bis hin zur Metallzerspanung Daten zu erfassen und sie für die Prozessoptimierung zu nutzen.“





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