Dienstag, 12.02.2019, 07:11 Uhr Bosch Gruppe

Umsatz und Ergebnis 2018 erneut auf Rekordniveau

Die Bosch-Gruppe bleibt weiter auf Erfolgskurs: Trotz schwierigem konjunkturellen Umfeld und schwacher Märkte liegen Umsatz und Ergebnis 2018 auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erwirtschaftete 2018 nach vorläufigen Zahlen einen operativen Umsatz von 77,9 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte in Höhe von 2,1 Milliarden Euro belasten den Umsatzausweis deutlich. Wechselkursbereinigt stiegen die Erlöse um 4,3 Prozent. „Im konjunkturell rauen Umfeld hat sich Bosch 2018 gut behauptet. Umsatz und Ergebnis liegen erneut auf Rekordniveau“, erklärte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen. „Als Innovationsführer gestalten wir den Wandel in unseren Märkten – technisch wie geschäftlich. Unser strategischer Fokus auf Vernetzung zahlt sich aus“, so Denner weiter. Insgesamt 52 Millionen internetfähige Produkte hat Bosch 2018 verkauft, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2018 liegt das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT) bei rund 5,3 Milliarden Euro. Damit ergibt sich eine operative EBIT-Rendite von voraussichtlich 6,9 Prozent vom Umsatz. „Bosch will sich 2019 in absehbar schwierigem Umfeld besser entwickeln als die relevanten Märkte und das hohe Ergebnisniveau absichern“, sagte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und für Finanzen verantwortlich. „Wir wollen unsere Wettbewerbsfähigkeit in allen Bereichen weiter steigern, um so den Ausbau unserer Technologieführerschaft und damit unsere Zukunft zu finanzieren.“

Eine zentrale Kernkompetenz der Zukunft sieht Denner in der industriellen Anwendung künstlicher Intelligenz (KI): „Bis Mitte der kommenden Dekade sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein. Zwar dominieren amerikanische und chinesische Unternehmen bei KI für die Konsumindustrie“, so der Bosch-Chef. „Aber ohne Domänenwissen zu Verkehr, Industrie oder Gebäude bleibt ihr Potenzial hinter dem der industriellen KI zurück.“ Für Bosch sieht Denner anspruchsvolle Ziele: „Wir wollen als Innovationsführer KI selbst beherrschen und zur Weltspitze gehören.“ Dazu plant Bosch, bis 2021 die Anzahl der 1.000 KI-Experten im Unternehmen auf 4.000 zu vervierfachen.

An nahezu 150 Projekten arbeiten die Mitarbeiter des Bosch Center for Artificial Intelligence. Ein Beispiel ist das Sensorsystem „Soundsee“. „Der Algorithmus von ,Soundsee‘ verwendet maschinelles Lernen, um zu hören, was defekt ist“, erklärte Denner. Es soll Maschinenausfälle präzise vorhersagen und so Wartungskosten reduzieren sowie Produktivität steigern. Schon Mitte des Jahres wird es in der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz kommen. Kommerzielle Anwendungen sieht Bosch in Industrie, Gebäude und Fahrzeugbau. Ein weiteres Beispiel für die Fortschritte im Bereich KI ist eine Multifunktionskamera für das automatisierte Fahren, die Bildverarbeitungsalgorithmen mit Methoden der KI verbindet. Das Ergebnis: Eine intelligente Kamera fürs Auto, die beispielsweise Fußgänger sehen und gleichzeitig ihr Verhalten erkennen sowie vorhersehen kann.

Bosch blickt 2018 auf eine positive Entwicklung seiner Geschäftseinheiten zurück. Der Umsatz im Unternehmensbereich Mobility Solutions legte 2018 erneut stärker zu als die weltweite Automobilproduktion. Die Erlöse stiegen nach vorläufigen Zahlen um 2,3 Prozent auf 47 Milliarden Euro. Das ist ein wechselkursbereinigtes Plus von 4,7 Prozent. Der Umsatz im Unternehmensbereich Consumer Goods erzielte 17,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 3,2 Prozent. Starke gegenläufige Wechselkurseffekte sowie hoher Preisdruck in Kernmärkten belasteten die Geschäftsentwicklung von BSH Hausgeräte GmbH und Bosch Power Tools. Wechselkursbereinigt beträgt das Umsatzplus 0,9 Prozent. Der Umsatz im Unternehmensbereich Industrial Technology stieg auf 7,4 Milliarden Euro und erzielte mit 8,9 Prozent das höchste Wachstum. Wechselkursbereinigt betrug das Wachstum 11 Prozent. Vor allem der Geschäftsbereich Drive and Control Technology hat sich weiter positiv entwickelt. Das zum Bereich Industrial Technology gehörende Geschäft mit Verpackungsmaschinen plant Bosch derzeit zu verkaufen. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro. Das Wachstum von 2,3 Prozent beträgt wechselkursbereinigt 4,7 Prozent.

Eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnete Bosch in Europa. Die Erlöse erreichten 41 Milliarden Euro. Der Anstieg um 2,1 Prozent entspricht wechselkursbereinigt 3,7 Prozent. Das Wachstum kam vor allem aus Deutschland und Österreich. In Nordamerika stieg der Umsatz auf 12,3 Milliarden Euro. Das ist wechselkursbereinigt ein Plus von 7,9 Prozent, nominal 2,8 Prozent. Positiv auf die Umsatzentwicklung wirkte sich vor allem das Automobilgeschäft aus. In Südamerika blieb der Umsatz unter Vorjahresniveau. Ausschlaggebend waren die enormen negativen Wechselkurseffekte in den Kernmärkten Brasilien und Argentinien. Nominal ging der Umsatz um 7,8 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz um 8,9 Prozent. Der Umsatz in Asien-Pazifik einschließlich Afrika legte um 0,4 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro zu. Der wechselkursbereinigte Zuwachs entspricht 3,1 Prozent. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz beträgt zwischenzeitlich rund knapp 30 Prozent.

Bosch geht für 2019 von einem weltweiten Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,3 Prozent aus. „Ausschlaggebend für unseren verhaltenen Ausblick sind weiterhin zahlreiche geopolitische Entwicklungen wie der offene Ausgang des Brexits und diverse Handelsstreitigkeiten. Zudem verdirbt ein aggressiver Wirtschaftsprotektionismus in Form von Strafzöllen oder der Aufkündigung von Freihandelsabkommen die Konsum- und Investitionslaune“, so der Finanzchef. Ungeachtet davon will sich Bosch auch im laufenden Jahr besser entwickeln als die relevanten Märkte und trotz beträchtlicher Vorleistungen das hohe Ergebnisniveau weiter sichern.






Das könnte Sie auch interessieren...

Freitag, 04.01.2019, 10:20 Uhr
Bosch

Will die Welt vernetzen

Die Vernetzung der Welt ist in vollem Gange. Sie betrifft uns alle – und sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in jedem Lebensbereich. Die digitale Transformation eröffnet große Chancen für mehr ... weiter...

Mittwoch, 26.09.2018, 10:33 Uhr
Bosch

Robotik für Menschen mit Handicap

Der Einzug von Robotern in Produktionshallen ist in vollem Gange, Arbeitsumgebung und -inhalte ändern sich. Doch wie sieht sie aus, die neue Arbeitswelt? Wie funktioniert die Arbeitsteilung zwische... weiter...

Ähnliche News...

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos