Donnerstag, 04.10.2018, 10:05 Uhr Michael Weinig AG

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts

Die Michael Weinig AG startet mit „Weinig 4.0 Digital“ und der Beteiligung am cloudbasierten Siemens-IoT-Betriebssystem „Mindsphere“ durch: Neue Ideen und Lösungen lassen sich mit der starken Gemeinschaft deutlich schneller umsetzen, während sich Weinig auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann. Doch wo liegt der Kundennutzen? Die „möbelfertigung“ traf Vorstandsmitglied Gregor Baumbusch und Jochen Ganz, Leiter der Unternehmenseinheit Automation & Digital Business, in Tauberbischofsheim.

„möbelfertigung“: Herr Baumbusch, Herr Ganz, wie wichtig ist die Beschäftigung mit Internet-of-Things-Themen für die Weinig AG?
Gregor Baumbusch:
IoT ist für uns nichts Neues. Mit Einzelkunden setzen wir bereits seit einiger Zeit individuelle Lösungen um, bei denen die Maschinen komplett vernetzt werden. Gerade diese Key-Kunden haben dazu beigetragen, dass wir kontinuierlich daran gearbeitet haben, Anlagen digital einzubinden, anzusteuern und Daten aus den Anlagen zu generieren. Beispielsweise im Bereich Predictive Maintenance, um unvorhergesehene Stillstände zu vermeiden. Zudem haben wir mit der Weinig-App eine komplett eigenständige Applikation in diese Richtung entwickelt.
Über diese Tätigkeiten kam es auch zu gänzlich neuen Anbindungen und Geschäftsmodellen, beispielsweise wenn angeliefertes Holz automatisch gescannt wird und in dieser Form eine Qualitätskontrolle durchläuft, bei der direkt der Lieferant involviert ist. Entstanden sind hier Programme und Parameter, bei denen aufgrund der Holzgüte direkt der passende Preis ermittelt wird.
Jochen Ganz: Konkret arbeiten wir seit 2015 in diese Richtung, also mit dem Internet der Dinge. Wir haben aber frühzeitig gesehen, wie viel Innovationspotenzial das Ganze beinhaltet und wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Darum haben wir uns im Sinne unserer Kunden entschlossen, dem Thema noch einmal einen ganz anderen Drive zu geben, indem wir mit Partnern zusammenarbeiten.

möbelfertigung: Was war ausschlaggebend für die Entscheidung, anders als Branchenbegleiter nicht auf eine eigene Entwicklung in Sachen IoT-Plattform zu setzen, sondern sich an einer bestehenden Plattform zu beteiligen?
Gregor Baumbusch:
Die Entscheidung fiel zugunsten der großen Plattform „Mindsphere“, weil wir Lösungen nicht nur für einen Kunden entwickeln wollen, sondern für alle. Zudem war für uns ein Partner wichtig, der ein entsprechendes Wissen mitbringt und branchenübergreifend agiert.
Siemens mit „Mindsphere“ war prädestiniert, weil das Unternehmen in Richtung Maschinenbau viele Komponenten mitbringt: Steuerungstechnisch ist der Konzern sehr weit und es gibt viele Prozesse, die bereits seitens Siemens mitbetreut werden, es gibt eigene CAD-Lösungen. Das Spektrum, das uns hier geboten wird, ist sehr viel größer und breiter gefächert, als wenn wir uns allein an einer Lösung versucht hätten.
Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die internationale Ausrichtung von Siemens. Weltweit sind unterschiedliche Hard- und Softwaresysteme im Einsatz – hier das Optimum zu finden, gehört nicht zu unseren Kernkompetenzen.
Um abzuschätzen, wie hoch das Innovationspotenzial von „Mindsphere“ ist, reicht es, sich die Unternehmen anzusehen, die bei der Gründung des Nutzervereins „Mindsphere World“ mit an Bord waren. Wir denken, dass wir für unser „Weinig 4.0“ definitiv den richtigen Partner gefunden haben.

möbelfertigung: Und ein Kunde arbeitet in der Zukunft ausschließlich mit Weinig, um seinen gesamten Shopfloor anzubinden?
Jochen Ganz:
So wünschen wir uns das. Darum arbeiten wir ­beispielsweise an übergeordneter Stelle in der Normung mit, um den OPC-UA-Standard für Holzbearbeitungsmaschinen auszuarbeiten. In dem Gremium sitzen führende Hersteller aus Europa, die das Ziel eines allgemeingültigen Standards verfolgen.
Aber auch jetzt können wir bereits zeigen, dass gewisse Grundfunktionalitäten überhaupt kein Problem sind, auch hier wird die „Intech“ im Oktober aufschlussreich sein.
Gregor Baumbusch:
Wichtig ist, dem Kunden an dieser Stelle auch ein wenig die Angst zu nehmen: Es fühlt sich in der Regel nicht gut an, sich alternativlos von einem Anbieter oder Lieferanten abhängig zu machen. Eine Plattform wie „Mindsphere“, bei der so viele namhafte Unternehmen völlig unabhängig voneinander mitwirken, kann das nötige Vertrauen erzeugen.
Jochen Ganz:
Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts. Und wir haben jede Menge Rohdaten aus einer Vielzahl an Maschinen und müssen nun dafür sorgen, dass wir diese smart nutzen. Also nicht alle, sondern genau die Daten, die den Kunden voranbringen. Darum arbeiten wir so nah am Kunden.

Das komplette Interview lesen Sie in der „möbelfertigung 6/2018“, die pünktlich vor der „Sicam“ am 9. Oktober erscheint. Und falls Sie Lust auf einen Besuch bei Weinig bekommen haben, können Sie sich unter folgendem Link für die „Intech“ 2018 vom 16. bis zum 18. Oktober anmelden: https://register.weinig.com/intech

Weitere Themen der Ausgabe: Wie Assmann seine Produktion immer auf neustem technischen Stand hält; alles rund um die „Ligna“ 2018 rund acht Monate vor Messestart; welche Dekorkompetenz der deutschen Möbelindustrie mit Trendcor aus der Gruppo Mauro Saviola zur Verfügung steht; warum sich Schattdecor in der Digitalisierung als Treiber und Getriebener gleichermaßen fühlt und wie die „IWF“ in Atlanta gelaufen ist.
Außerdem in dem Magazin: Eine umfassende Preview zur italienischen Top-Messe „Sicam“ sowie das umfassende Special „Werkstoffe & Leichtbau“ mit der großen Dienstleister-Übersicht.

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