Montag, 17.09.2018, 10:23 Uhr Himolla

Feiert 70-jähriges Bestehen

„Wir machen Polstermöbel für Menschen. Nur die Entwürfe, die unserem Namen und Anspruch ‚himmlisch, mollig, angenehm‘ standhalten, werden produziert“, sagt Karl Sommermeyer (70) über sein Unternehmen. Seit 1995 ist er Geschäftsführer des oberbayerischen Polstermöbelherstellers himolla. Ende des Jahres möchte er sich nach insgesamt 42 Jahren in der Welle-Gruppe in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Doch bis es soweit ist, gibt es für den Ostwestfalen und seine 3.200 Mitarbeiter gute Gründe, das 70-jährige Bestehen von himolla gebührend zu feiern.

himolla wurde im Jahr 1948 gegründet. Heute zählt das Unternehmen der Welle-Gruppe zu den größten und erfolgreichsten Polstermöbelherstellern Europas. Als Karl Sommermeyer Ende 1995 die Geschäftsführung übernahm, stand himolla jedoch kurz vor der Insolvenz. „Alle notwendigen Fähigkeiten waren vorhanden, aber sie mussten wieder geweckt werden“, erinnert sich der damals 47-Jährige. Anstatt notdürftig an dem vorhandenen Sortiment zu feilen, richtete er den Fokus lieber grundlegend auf die zunehmende Individualisierbarkeit von neuen Systemmöbeln – und das mit Erfolg.

Heute können himolla-Kunden ihr individuelles Polstermöbelstück aus 64 Millionen Möglichkeiten zusammensetzen. Der Umsatz hat sich seit 1996 vervierfacht. „Es spricht für das Unternehmen, dass wir uns aus einer sehr schwierigen Situation dorthin entwickelt haben, wo wir heute stehen. Dabei wächst einem die Aufgabe und alles was damit zusammenhängt natürlich besonders ans Herz“, so der Diplom-Ingenieur und gelernte Schreiner, der damals nicht geglaubt hätte, so lange bei himolla zu bleiben. „Ich liebe die Bayern, aber mein Zuhause ist und bleibt Ostwestfalen“, sagt Sommermeyer. Sein erster Wohnsitz habe sich auch in 23 Jahren bei himolla nicht verändert – der guten Anbindung an die Flughäfen in München und Paderborn sei Dank.

Überhaupt sei die Tatsache, dass der Hersteller seinen teuren Standort in Taufkirchen/Vils, nur 30 Autominuten vom Flughafen München entfernt, behauptet, der beste Beweis für den fortwährenden Erfolgskurs des Unternehmens. „Während andernorts die Polstermöbelbranche zunehmend auswandert, beschäftigen wir hier am Standort weiterhin 1.100 Mitarbeiter. Die Region partizipiert am Unternehmen und ist stolz darauf, einen solch bedeutenden Arbeitgeber vor Ort zu haben“, so der Geschäftsführer, für den die Ausbildung eigener Fachkräfte ein zentrales Thema ist. „Ich habe in den letzten 23 Jahren viele Ausbildungs-Jahrgänge miterlebt und gesehen, wie ehemalige Azubis in gehobene Positionen aufgestiegen sind. Wir sind wie eine große Familie, in der alle Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind.“ Folglich betrage die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit stolze 20 Jahre.

Ganz ohne Unterstützung aus dem Ausland geht es heute aber auch bei himolla nicht mehr – insbesondere im Bereich der Näharbeiten, die einen großen Anteil der nach wie vor sehr handwerklich geprägten Polstermöbelindustrie ausmachen. „Wir brauchen eine Kostenmischung, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben“, sagt Sommermeyer, der insgesamt 2.100 Mitarbeiter an sechs ausländischen Standorten in Ungarn, der Slowakei, in Rumänien und Polen beschäftigt. „Es handelt sich um 100 Prozent eigene Unternehmen, in denen jeder Arbeitsplatz exakt dem hiesigen Standard entspricht. Denn wir legen großen Wert auf eine gleichbleibend hohe Qualität und Produktivität.“

Möbelkäufer sind bereit, für diese Qualität zu zahlen, denn himolla selbst richtet sein Augenmerk insbesondere auf die gehobene Mitte und das obere Preissegment. Als Vollsortimenter ist das Unternehmen in der Lage, in jedem Polstermöbelsegment tätig zu sein. Den größten Anteil mit rund 35 Prozent des Umsatzes nehmen Ruhesessel ein. „Wir sind bekennender Lieferant für die Generation 50+. Wenn man Wohnen schon länger geübt hat und glaubt, nichts Neues mehr zu benötigen, dann bieten wir das Besondere“, sagt der Firmenchef. Individualität, Funktionalität und Innovationen wie smarte Bedienelemente für mehrfach motorisierte Ruhesessel seien dabei Aushängeschilder von himolla, wenngleich das Unternehmen Neuerungen seiner Kollektionen nicht mit aller Macht, sondern sehr gezielt auf den Markt bringe. „Wir haben das Glück, Jahr für Jahr auf gut laufenden Kollektionen aufbauen zu können.“

Auch im Exportgeschäft, das mehr als 30 Prozent des Umsatzes ausmacht, kommen die deutschen Produkte sehr gut an, sodass himolla nicht über eine explizite Export-Kollektion verfügt. „Frankreich, England, die Schweiz sowie Süd-Ost-Asien und Amerika sind unsere wichtigsten Auslandsmärkte. In Zukunft wird der Exportanteil einen immer höheren Stellenwert in unserer Vertriebspolitik einnehmen“, ist Sommermeyer überzeugt. Schon jetzt höchsten Stellenwert in der Unternehmensphilosophie besitzt das Thema Nachhaltigkeit: himolla ist Mitglied in der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) sowie im Umweltpakt Bayern und mit dem EMAS-Gütesiegel für Umweltmanagement der Europäischen Union ausgezeichnet. Alle Produktlinien tragen das Umweltzeichen „Blauer Engel“, für das himolla auch die Einhaltung strenger Qualitätsanforderungen an seine Zulieferunternehmen nachweisen muss.

Ziel des Unternehmens sei es, den hohen eigenen Anforderungen auch in Zukunft zu entsprechen. „Aktuell befinden wir uns in einem schwierigen Marktumfeld, was allerdings ein Problem der gesamten Branche ist. Wir möchten unseren Kunden weiterhin höchste Qualität und Individualität bieten. Die Digitalisierung sehen wir dabei als Chance an, einige Dinge noch besser zu machen als unsere Wettbewerber“, so der Geschäftsführer. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens von himolla lädt das Unternehmen nach der Hausmesse, die vom 24. September bis zum 3. Oktober 2018 in Taufkirchen/Vils stattfindet, zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. „Als Dankeschön für unsere Kunden wird es außerdem ein exklusives Jubiläumsmodell geben“, kündigt Karl Sommermeyer an. Und wie geht es für ihn persönlich weiter? „Ich gehe Ende des Jahres in Ruhestand und dann sehen wir weiter.“ Die nächsten für himolla wichtigen Messen in Köln, Mailand und Brüssel wird er dann nicht mehr mitmachen – jedenfalls nichts als Geschäftsführer des Polstermöbelherstellers. Sein Nachfolger wird Ralph Bestgen.

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