Mittwoch, 05.09.2018, 11:45 Uhr „Ligna“ 2019

Fokusthema „Smart Surface Technologies“: Smarte Technik für attraktive Oberflächen

Die „Ligna“ 2019 zeigt vom 27. bis 31. Mai in Hannover das ganze Spektrum der hoch innovativen Branche der holzbe- und verarbeitenden Industrie. Ob es um den neuesten Trend zu haptischen Oberflächen, matte oder spiegelnde Oberflächen, Digitaldruck oder Dekortiefdruck, Inspektionssysteme, die neue Generation der Spritzlackiersysteme oder den Einsatz von Robotern geht: Unter dem Fokusthema „Smart Surface Technologies“ werden intelligente Techniken für attraktive Oberflächen gezeigt.

„In der Oberflächentechnik bestimmen Materialvielfalt, Materialmix und Individualität mehr denn je die Anforderungen an neue Techniken und Verfahren. Flexibilität und Wirtschaftlichkeit haben dabei Vorrang. Automation und Digitalisierung sind hier die wichtigsten Stellschrauben zur Reduzierung der Prozesskosten. Auf der kommenden „Ligna“ zeigen die Aussteller in den Hallen 16 und 17 sowie in Teilen der Halle 15 Technologien und Anwendungen, Innovationen und Lösungen der Oberflächentechnik“, sagte Christian Pfeiffer, Global Director „Ligna“ & Woodworking Events von der Deutschen Messe AG, Hannover.

Im industriellen Bereich befinden sich vor allem der Digitaldruck und variable Anlagenkonzepte auf dem Vormarsch. Bei den verwendeten Lacken und Leimen stehen besonders Umweltverträglichkeit und Ressourceneffizienz im Mittelpunkt. Generell werden bei zunehmendem Verschmelzen der Grenzen von Industrie und Handwerk industrielle Technologien in wachsendem Maße auch für Schreinereien und Tischlereien verfügbar.

Treibender Faktor der Entwicklung ist vor allem der Trend zu haptischen, authentischen Oberflächen. Dies gilt für Holzwerkstoffe genauso wie für das Massivholz. Sowohl die Möbelindustrie als auch die Schreinerei sehen sich mit entsprechenden Kundenwünschen konfrontiert. Um etwa bronzierte Oberflächen oder sägeraue Profile wirtschaftlich herzustellen, bedarf es spezieller Maschinentechnik. Im industriellen Sektor gewinnt der Digitaldruck gegenüber dem Dekortiefdruck an Boden. Bedingt durch technische Fortschritte erweist er sich inzwischen sogar als wirtschaftliche Alternative: „Wir glauben, dass sich durch Digitaldruck die Produktionskosten generell um mehr als zehn Prozent senken lassen“, sagte Dr. René Pankoke, Geschäftsführer der Hymmen Maschinen- und Anlagenbau GmbH.

In der Laminatbodenproduktion lassen sich mit dem Digitaldruck seit neuestem naturgetreue Endlosdekore in bislang nicht abbildbaren Dielenformaten herstellen. „Der Digitaldruck ist nicht auf den Durchmesser des Druckzylinders beschränkt. Wir können inzwischen Rapporte bis zu 6.000 Millimetern realisieren“, so Holger Dzeia, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb von Interprint.

Inspektionssysteme spielen im Digitaldruck eine immer größere Rolle, um eine durchgängig gute Qualität der Dekore sicherzustellen. Mit dieser Aufgabenstellung sind Scanner in Single-Pass-Linien bereits erfolgreich im Einsatz. In naher Zukunft werden Kamerakontrollsysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Druck über die Imprägnierung bis zur finalen Verpressung maximale Qualität und Prozesssicherheit gewährleisten. Mit wachsender Verbreitung des Digitaldrucks in der holzverarbeitenden Industrie ergeben sich für die Anbieter entsprechender Lösungen gute Einstiegsmöglichkeiten. Positiv wirkt sich die zunehmende Kompatibilität zwischen dem etablierten Tiefdruck und dem Digitaldruck aus. Auch die dezentrale Druckproduktion könnte in Zukunft ein Ansatz sein.

Auch im Bereich Lackierung sind viele Neuheiten zu erwarten. Mittlerweile ist es möglich, auf ein und derselben Inkjet-Anlage Platten je nach Bedarf in matten oder spiegelnden Oberflächen zu veredeln. Dazu werden drei innovative Technologien miteinander kombiniert. Erweiterte Einsatzmöglichkeiten und erhöhte Wirtschaftlichkeit ergeben sich durch den Lackstrukturdruck. Die Technik schafft eine zum Dekorbild synchrone Vertiefung im Lack und eine Haptik wie echtes Furnier. Automation ist auch bei Lackieranlagen ein zentrales Thema. Die wahren Innovationstreiber im Bereich Lackierung sind kleine, preiswerte, leicht zu programmierende Roboter, die eine hohe Reproduzierbarkeit und Qualität der Prozesse ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Im Massivholzbereich liegt geöltes Holz besonders im Trend. Speziell für die Möbel-, Treppen- und Parkettindustrie wurden dafür Walzenauftragsmaschinen entwickelt. Auch diese Technologie wird auf der „Ligna“ zu sehen sein.

In der Schleiftechnik liegt die Diagonalschleiftechnologie ganz vorn, mit der auch anspruchsvolle Arbeiten wie der Lack- und Furnierschliff ausgeführt werden können. Ein Fingerzeig für die Zukunft ist die Roboterschleifmaschine, die industriell komplizierte Aufgaben erledigt, die sich bisher nur manuell ausführen ließen.

Auch bei den Klebern steht Effizienz im Vordergrund: Neue Leimbehälter machen die Verarbeitung aller Kleberarten inklusive PUR-Kleber im Wechsel möglich. Im Gesamtprozess setzt die technische Integration von Klebstoffauftragssystemen in Host-Systeme über eine Schnittstelle ein Ausrufezeichen.

So visionär wie manche Technologie für den kleinen Betrieb sein mag, so nah ist sie bei anderen bereits am Alltag. Im Zeitalter der Digitalisierung und vernetzten Produktion gelingen Entwicklungsfortschritte in Monaten, die früher Jahre brauchten. Dies macht noch mehr Lust auf die „Ligna“: Wenn sich in Hannover wieder die Tore öffnen, werden die Fachbesucher aus aller Welt teilweise Oberflächentechnik erleben, die heute erst als Entwurf existiert.

Neben „Smart Surface Technologies“ zählen „Integrated Woodworking – Customized Solutions“ und „Access to Ressources and Technology“ im Rahmen des Wood Industry Summit zu den Fokusthemen der „Ligna“ 2019.




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