Donnerstag, 07.06.2018, 07:45 Uhr „Drupa“ 2020

Weltweite Umfrage bestätigt signifikanten Stellenwert von Inkjet

Ende Mai erschien das 1. „Drupa Spotlight“. Bis zur „Drupa“ 2020 flankiert diese zusätzliche Detailstudie die „Drupa“ Global Trends Reports, welche als Branchenumfrage in der globalen Printindustrie seit ihrer Einführung 2013 jährlich die wesentlichen regionalen, technischen und marktorientierten Trends wiedergeben. In den neuen „Drupa Spotlights“ näher beleuchtet werden – jährlich wechselnd – zukunftsträchtige Technologien. Damit bedient die „Drupa“ den Bedarf der Branche nach weiterer Transformation und Diversifizierung, welcher sich in den Aussagen des internationalen Experten- Panels hinsichtlich Investitionsabsichten widerspiegelt. Demnach gelten für einen Großteil der Druckdienstleister und Maschinenbauer/Zulieferer Innovationen als Schlüssel zum Erfolg. Zum Auftakt der Spotlight-Reihe stehen Anwendungen im Bereich des Inkjets, der ein wachsendes Potenzial darstellt, im Fokus. 


In den letzten Jahren hat sich der Inkjet rasant weiterentwickelt und viele anfängliche Probleme hinsichtlich der Druckqualität und den verfügbaren Substraten hinter sich gelassen. Waren bis 2008 – mit Ausnahme von Anwendungen für sehr hohe Druckvolumina – Offset- und digitaler Toner-Farbdruck die Lösungen der Wahl, gilt Inkjet heute als ausgereifte und stabile Technologie, die auf einer Vielzahl von Bedruckstoffen qualitativ hochwertig produzieren kann. Anlass genug, die erste „Drupa Spotlight“-Befragung dem Thema Inkjet zu widmen.

Während sich die 300 Teilnehmer der weltweit angelegten Detailstudie (203 Druckdienstleister und 99 Maschinenbauer/Zulieferer mit Expertise im Bereich des Inkjets) im Allgemeinen von den Möglichkeiten des Inkjets begeistert zeigen, sind sie jedoch keinesfalls „naiv“: Sie kennen die Einschränkungen dieser Technologie und testen in vielen Fällen, wie sie deren Vorzüge am besten für sich nutzen könnten. Es fällt auf, dass die detaillierten Ergebnisse der „Drupa Spotlight“-Befragung nahezu keine regionalen Schwankungen aufweist. Und auch zwischen den Druckdienstleistern und Maschinenbauern/Zulieferern herrscht gemeinhin eine recht große Übereinstimmung.

In Bezug auf Inkjet-Anwendungen machen Druckdienstleister in allen Marktsegmenten konkurrenzfähige Geschäftschancen aus. (Der vollständige Bericht enthält eine lückenlose Aufschlüsselung der Teilnehmer nach Endmärkten.) Ebenso wichtig ist das wachsende Vertrauen der Druckdienstleister, Inkjet in mehreren Märkten einsetzen zu können. Das bietet ihnen die Chance, neue Märkte zu erschließen, die nicht zu ihrem traditionellen Kernsektor zählen. Obgleich die Spotlight-Teilnehmer in allen Sektoren ein starkes Wachstum angeben, ist die Wachstumsrate umso größer, je spezialisierter der Markt ist.

Das Hauptproblem sehen viele der befragten Experten in den Kosten für Tinten, die das weitere Wachstum bremsen. Doch dort, wo die Inkjet-Anwendung zu einem Spezialmarkt passt, besteht das Potenzial für ein beeindruckendes Wachstum. Ein Maschinenbauer/Zulieferer im Bereich Bereich Verpackungs- und Akzidenzdruck aus Großbritannien bringt es auf den Punkt: „Wer Inkjet anbieten will, muss den Workflow verstehen. Der Fokus liegt auf Anwendungen, bei denen gute Prozesse definiert sind – diese nehmen stetig zu.“

Es liegt auf der Hand, dass einige Formate besser für bestimmte Märkte geeignet sind. Während in den meisten Märkten der Rollendruck dominiert, ist der B2-Bogendruck in vielen Märkten ebenfalls eine beliebte Wahl. Trotzdem erreichen B2-Druckmaschinen mit Inkjet weltweit geringere Verkaufszahlen im Vergleich zu jenen mit Flüssigtoner, die etwa zur gleichen Zeit auf den Markt kamen.

Hier ist es wichtig, die Entwicklung des Inkjets in Bezug auf die Maschinenbauer/Zulieferer zu betrachten. 46 Prozent von ihnen geben an, dass Inkjet bisher weniger als zehn Prozent ihres Gesamtumsatzes ausmacht. Es wird deutlich, dass sich einige Maschinenbauer/Zulieferer auf Inkjet spezialisiert haben, während andere Inkjet nur als eine weitere Option beispielsweise neben digitalem Tonerdruck und konventionellem Offset-/Flexodruck anbieten. Allerdings investieren praktisch alle Maschinenbauer/Zulieferer bereits umfassend in diese Technologie – mit hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Die Druckdienstleister, die in Inkjet investieren, achten bei der Auswahl eines Maschinenbauers/Zulieferers vor allem auf den Service/Support und erst danach auf den Preis des Gesamtpakets.

Sabine Geldermann, Director „Drupa“, Messe Düsseldorf: „Bevor man in Inkjet-Technologien investiert, sollte man sich die Frage stellen, ob diese zu den gewünschten Anwendungen passt. Prozessoptimierungen lassen sich nur erreichen, wenn die Technologie die laufenden Kosten, Produktivitätszahlen, Druckanforderungen, Formate, Substrateigenschaften und Tools zur Workflow-Automatisierung gewährleistet.

Neue, optimierte Inkjet-Drucksysteme heben die disruptive Kraft dieser Zukunftstechnologie auf ein neues Niveau. So gibt es heute sowohl für den Bogen- als auch für den Rollendruck bereits höherwertige Inkjet-Systeme, welche das Anwendungsspektrum von Digitaldruck in nahezu allen Marktsegmenten erweitern.“

Die beiden folgenden Zitate von Panel-Teilnehmern an der drupa Spotlight- Umfrage stehen im wahrsten Sinne des Wortes für das Potenzial des Inkjets: „Er ist die Zukunft“, Maschinenbauer/Zulieferer, Spanien, Verpackungsdruck und „Die Zukunft“, Druckerei, Kolumbien, Verlagsdruck.


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