Mittwoch, 07.02.2018, 13:45 Uhr „Domotex“ 2018

Deutlicher Trend zur Individualisierung

„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“, dürften sich einige der Besucher gefragt haben, die das Kaleidoskop in Halle 9 der „Domotex“ 2018 betreten haben. Der mit quadratischen Spiegeln ausgekleidete Raum unter dem Titel „Endless Uniqueness“ forderte dazu auf, sich dem Leitthema „Unique Youniverse“ zu widmen: Durch das eigene Spiegelbild und der dort angeregten Interaktion mit drehbaren Quadraten, auf den unterschiedliche Bodenbeläge angebracht waren, konnte man sich selbst in einer Art Unendlichkeit wahrnehmen – und sah sich dadurch im übertragenen Sinne mit dem Wunsch nach Einzigartigkeit und personalisierten Produkten in einer zunehmend globalisierten Welt konfrontiert.

Das Kaleidoskop war Teil der Sonderfläche „Framing Trends“, auf der Künstler, Architekten sowie Hersteller den Trend „Individualisierung“ auf höchst eigene Weise interpretierten. Im Bereich „Art & Interaction“ beleuchtete Michael Acapulco mit dem Blick durchs Fenster auf unsere Erdkugel das Spannungsfeld aus individueller und objektiver Realität. Jette Hampe nähte auseinandergeschnittene Portraits auf einen „Fliegenden Teppich“ und wollte damit anregen, sich als Individuum zwischen „Geschichte, Lebensbedingungen und Natur“ zu positionieren.

Im Bereich der „Flooring Spaces“ veranschaulichten Konstantin Landuris und Classen, was herauskommt, wenn sich Kreative mit Herstellern zusammentun: ein nach Landuris‘ Design digitalbedruckter Designboden in Marmoroptik, eingebettet in einer Installation, die sich dem Wohnen in der Zukunft widmete. Bei den „Nuthinkers“ fielen vor allem die Innenarchitektur-Studierenden der FH Mainz auf, die mit „Individual Motion Space“ eine Virtual Reality-Anwendung erarbeitet hatten, mit der man im virtuellen Raum Objekte bis hin zu ganzen Räumen individuell gestalten kann. Das Ergebnis war ebenfalls vor Ort zu sehen: eine raumhohe Box in polygonalem Design.

Aber nicht nur die kreativen Köpfe der „Framing Trends“, auch die Hersteller der diesjährigen „Domotex“ hatten einiges und vor allem sehr viel Unterschiedliches zum Leitthema und Trend „Unique Youniverse“ zu bieten. Insbesondere neue Möglichkeiten der Digitaldruck-Technologie veranlasste Anbieter wie Amorim, Beaulieu International Group oder Classen dazu, täuschend echte Fotomotive auf Designboden und Laminat zu bannen. Ob Sand auf dem Boden im Bad, das Riesenaquarium im Kinderzimmer oder auch mal ein Wandmotiv voller Geldstücke – schier unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich nun Privatkunden als auch Einrichtern und Architekten. Und das in besonders großen Formaten bis zu vier Meter Breite (Rollenware) und kleinen Losgrößen. Etwa für Boutique-Hotels, so heißt es bei Beaulieu International Group, seien diese individuellen großformatigen Prints spannend und gefragt.

Die zunehmende Digitalisierung verändert aber nicht nur Produktions-, sondern auch Gestaltungs- und Vertriebsprozesse, wie sich dies auf der „Domotex“ anhand von innovativen Virtual Reality-Anwendungen darstellte. So präsentierte Paulig eine neue Augmented Reality-App, mit der der Teppichhersteller Privat- als auch Objekt-Kunden in die Gestaltung miteinbinden will. Die App funktioniert so: Man nimmt ein Foto mit dem Smartphone oder Tablet auf und legt virtuell einen vorab individuell konfigurierten Teppich in das Raumbild. So sollte der Spagat zwischen Wunsch und Realität leichter gelingen.

Das könnte Sie auch interessieren...

Ähnliche News...

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos