Donnerstag, 11. Januar 2018, 12:00 Uhr Zeyko

Was ist passiert seit dem Neustart?

„Klappt der Neustart oder haben wir wesentliche Dinge übersehen, die gleich am ersten Tag zu einem Supergau führen können?“ Mit dieser bangen Frage ist Dr. Christian Hilz im August nach der Zeyko-Übernahme durch das Firmenduo Trendstore/Brunold gestartet. Kurz vor Weihnachten schrieb er einen 111-Tage-Brief an die Kundschaft, um den aktuellen Stand zu reflektieren.

Um seinen einzigartigen Premiumstatus unter Beweis zu stellen und Vertrauen im Handel zu gewinnen, habe Zeyko vier strategische Erfolgsfaktoren definiert, berichtet Hilz. An erster Stelle steht der Anspruch an „Best in class“, wobei es darum geht, über die reine Produktqualität hinauszugehen. Zugleich räumt er ein: „Auch muss Zeyko sehr stark an der wahrgenommenen Qualität arbeiten. Wir verstecken noch zu sehr unsere Qualität, die uns von anderen deutlich unterscheidet.“ Als zweites Kriterium sollen Design und Innovation als wesentliche Differenzierungsmerkmale noch stärker herausgestellt werden. Nach dem Vorbild der „Flybridge“ oder „Woodline“. „Aktuell arbeiten wir bereits an neuen Themen. Dabei gehen wir mehrgleisig vor“, erklärt Hilz. Zum einen arbeitet das Unternehmen mit den bisherigen Zeyko-Designern zusammen, daneben kommen aber auch zwei neue zum Einsatz. „Zudem werden wir die Kompetenzen unserer Schwesterfirmen und dabei insbesondere von Brunold nutzen“, stellt Hilz in Aussicht, immer mit Fokus auf die „echten“ Materialien.

Drittens bleibt „made in Black Forest“ der wichtiger USP. Im Schwarzwald gebaut und ausgeliefert und „made at our own“ die qualitäts- und differenzierungsrelevante Produkteigenschaften wider. Die Innovationen sollen zumindest temporär einen Vorteil gegenüber Marktbegleitern bieten: „So werden wir zukünftig neue innovative Oberflächen bei Brunold exklusiv entwickeln oder haben schon entschieden, dass die „Woodline“-Oberfläche nicht mehr bei einem Lieferanten, sondern bei Brunold produziert wird.

Kundennähe und Flexibilität liegt Hilz besonders am Herzen und kündigt die Fortsetzung seiner Besuche im Handel an. Zudem wurde die Vertriebsmannschaft aufgestockt, um Kunden noch besser zu betreuen. Insgesamt stellt Hilz fest: „Wir müssen uns aus einer Position der Stärke in unserem Markt positionieren und nicht von einer vermeintlichen oder gar temporären Schwäche unserer Wettbewerber täuschen lassen. Denn oftmals ist es die wesentlichste Schwäche eines Unternehmens, eine Schwäche bei Wettbewerbern zu sehen, die objektiv betrachtet gar nicht vorhanden ist.“ So habe Zeyko gezielt Projekte von insolventen Küchenherstellern abgelehnt, die eine hohe Auslastung mit sich gebracht hätten. Das Fazit: „Natürlich haben wir bei vielen Themen noch große Potenziale. Ich will nicht darüber klagen, sondern sehe die Chance, diese Punkte zu erkennen, nach und nach zu eliminieren beziehungsweise zu verbessern.“

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