Donnerstag, 07. Dezember 2017, 13:10 Uhr Tischler Schreiner Deutschland

Schutzinstanz und Servicedienstleister

Ganz anders als derzeit in der Politik, wo es im Hinblick auf eine zukünftige Bundesregierung nach wie vor nichts Konkretes zu vermelden gibt, untermauert die Innungsorganisation des Tischler- und Schreinerhandwerks ihr Selbstverständnis als Schutzinstanz und Servicedienstleister. 

Von einem besonders intensiven Herbst mit zahlreichen Terminen und vielen Entscheidungen für das Tischler- und Schreinerhandwerk wusste TSD-Präsident Konrad Steininger anlässlich der Herbstmitgliederversammlung zu berichten. Nachfolgend ein Auszug:

 Begonnen hatte dieser Herbst bereits im Sommer. Während der Wahlkampf um die Mandate im Bundestag seinem Höhepunkt entgegen ging, ebnete Tischler Schreiner Deutschland im Schulterschluss mit der neu gegründeten Allianz der Ausbaugewerke den Weg für eine Verbändevereinbarung, welche das Verhältnis der Ausbaugewerke zur Sozialkasse des Baugewerbes neu definiert.

Durch die Einigung auf einen einheitlichen Stichtag, zu dem die Fachlichkeit von Mitgliedsbetrieben unwiderlegbar und ohne weitere Prüfung erfüllt ist, werden alle Ausbaugewerke bei jeder künftigen Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen des Baugewerbes mit einer gemeinschaftlichen Zielsetzung agieren: „Das zentrale Thema bleibt dabei der verbesserte Schutz von Innungsbetrieben vor der SOKA-Bau“, erklärt Konrad Steininger. 

Eher verkatert präsentierte sich die abgewählte Große Koalition in den Tagen nach der Wahl. Frisch und entschlossen zeigte sich derweil die Innungsorganisation im Hinblick auf die Analyse der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen der Branche. Dabei hatte der Bundesbetriebsvergleich aufgedeckt, dass trotz guter Konjunktur und hoher Auslastung in den Werkstätten die Betriebsergebnisse nicht im gleichen Maße gestiegen waren. Was ursächlich auf Kostensteigerungen zurückzuführen war, führte zur folgerichtigen Empfehlung an die Betriebe, die eigenen Kennzahlen zu analysieren und mit den Branchenwerten zu vergleichen.

Politisch gesehen ist in den vergangenen zwei Monaten eine Zeit angebrochen, die auch die Innungsorganisation des Tischler- und Schreinerhandwerks zunehmend mit Sorge betrachtet. Mittlerweile steht fest, vor Weihnachten wird es keine neue Regierung geben. Dabei sind nicht nur in Deutschland viele Hoffnungen und Erwartungen an eine starke Bundesregierung geknüpft, „auch für Europa brauchen wir ein zukunftsfähiges Konzept, um unverhältnismäßigen Vorstößen, sei es im Bereich der Meisterqualifikation oder der Normung, einen Riegel vorschieben zu können“, sagt Steininger.

Eine strikte Haltung vertritt Tischler Schreiner Deutschland auch im Falle einer Aufweichung des reformierten Mängelgewährleistungsrechts. So hatte der Gesetzgeber – entgegen der Empfehlung aus dem Handwerk – darauf verzichtet, die neuen Regeln zu den Aus- und Wiedereinbaukosten im Gewährleistungsfall AGB-fest zu gestalten und damit zugelassen, dass Lieferanten die Haftung in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ausschließen können. Tischler Schreiner Deutschland unterstützt seine Betriebe mit eigenen widerstreitenden AGB, so dass im Streitfall immer die gesetzliche Regelung eintritt.

„Gleichzeitig ruft die Innungsorganisation die Initiative ‚Fairer Handwerkspartner‘ ins Leben, über die Betriebe in Erfahrung bringen können, welche Lieferanten auf ungerechte AGB verzichten“, erklärt Steininger.

Um die Unterstützung der Branche geht es auch bei einer Zukunftspartnerschaft mit Tischler Schreiner Deutschland. So haben, nach dem Lackhersteller Remmers, die Klebstoffexperten von Kleiberit und die Signal Iduna Versicherungsgruppe ihr Engagement für das Tischler- und Schreinerhandwerk stark ausgebaut. Die drei Unternehmen unterstützen die renommierten Berufswettbewerbe „Die Gute Form“, „Die Deutschen Meisterschaften“ sowie das Tischler-Schreiner-Nationalteam in erheblichem Maße und planen weitere exklusive Maßnahmen zur Förderung der Branche.

Steininger erklärt dazu: „Als Berufsständische Vertretung kleiner und mittelständischer Handwerksbetriebe müssen wir unser strategisches Handeln an den zu erwartenden Herausforderungen ausrichten.“ Die Förderung und Unterstützung sei dabei die eine Hälfte der Medaille. Es gehe aber auch darum, Trends und Tendenzen frühzeitig zu erkennen.

Themen wie beispielsweise die Steigerung der Ausbildungsbereitschaft in der Berufsbildung, der weitere Ausbau der digitalen Kommunikation wie die Modernisierung der verbändeübergreifenden Webseitenarchitektur in der Öffentlichkeitsarbeit oder die Herausgabe eines neuen Fachregelwerks zur „Fenstermontage im Bestand“ in der Technik seien Projekte, die sich die Innungsorganisation neben den tagesaktuellen Dingen ebenfalls auf die Fahne geschrieben habe, weil „erkannt wurde, dass wir hier weiterkommen wollen“, sagt Steininger.

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