Donnerstag, 12. Oktober 2017, 13:45 Uhr Commerzbank / VDMA

Maschinenbau mit deutlichem Wachstum 2017 und 2018

Ende der Seitwärtsbewegung: Nachdem die Produktion im deutschen Maschinenbau im Durchschnitt des Jahres 2016 noch stagnierte, stieg  sie im laufenden Jahr bereits sichtbar an. Für 2017 wird ein erwartetes Produktionswachstum von 2 Prozent wohl deutlich übertroffen. Auch 2018 wird sich die Produktion um mehr als zwei Prozent erfreulich ausweiten. Dies ist auf eine robuste konjunkturelle Entwicklung im Inland und der Welt zurückzuführen, ebenso auf eine sich belebende Investitionstätigkeit der Unternehmen in Anlagen und Ausrüstungen. Die Ebit-Marge wird im Branchenschnitt mit 5,1 Prozent im laufenden und den kommenden Jahren etwa konstant bleiben. Der Gesamtumsatz der Branche wird im nächsten Jahr um gut drei Prozent zulegen. Vor dem Hintergrund zunehmender Industrialisierung werden China und andere Schwellenländer auch künftig Produkte deutscher Maschinenbauer nachfragen.

„Das Geschäftsklima im deutschen Maschinenbau ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Trotz intensiveren Wettbewerbs liegt die Kapazitätsauslastung mittlerweile wieder bei über 85 Prozent“, so Dr. Alexander Mann, Sector Head Industrials der Commerzbank. Rund 15,5 Mrd. Euro beträgt die Höheder Innovationsaufwendungen im laufenden Jahr. Die Implementierung von Industrie 4.0-Lösungen wird derzeit als Kernaufgabe in vielen Unternehmen angesehen, da dies letztlich auch zu einer Verbesserung der Ertragslage führen wird. Auch der Ausbau des After-Sales-Servicegeschäftes wird es den Unternehmen ermöglichen, das Geschäftsmodell auszuweiten. Jedoch wird die Konkurrenz im Segment weniger anspruchsvoller Maschinen (sog. Mid-Tech-Segment) kontinuierlich größer, insbesondere im ostasiatischen Raum.

Der Hauptanteil der Exporte ging 2016 gemäß VDMA mit rund 47 Prozent in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Größte  Einzelabnehmer in der Eurozone sind bislang  Frankreich mit knapp 7 Prozent, gefolgt vom Vereinigten Königreich und Italien mit fast 5 Prozent und von Österreich und den Niederlanden mit jeweils 4 Prozent. Mehr als 10 Prozent der Ausfuhren gehen in die USA, es folgt China mit etwas mehr als 9 Prozent.

Als exportstarker Industriezweig ist der deutsche Maschinenbau in hohem Maße von der Weltwirtschaft abhängig, die mit prognostizierten 3,4 Prozent in 2017 eher moderat wachsen wird. Der Anteil des Exports liegt 2017 bei mehr als 60 Prozent des Umsatzes der deutschen Betriebe. Die Produktion an Auslandsstandorten trägt zusätzlich immer mehr zur Bedeutung des Auslandsgeschäftes der deutschen Maschinenbauer bei. „Auslandsstandorte sind ein wesentliches Element einer zielgerichteten Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie des Maschinen- und Anlagenbaus“, betont Dr. Ralph Wiechers, Mitglied der Hauptgeschäftsführung und Chefvolkswirt des VDMA Frankfurt.

Gemessen an den Beschäftigten ist der Maschinenbau der wichtigste Industriezweig Deutschlands. Hier sind rund 1,03 Mio. Menschen in mehr als 6.000 Unternehmen tätig, von denen knapp zwei Drittel weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigen - damit ist die Branche überwiegend mittelständisch geprägt. Lediglich 6 Prozent der Unternehmen haben 500 oder mehr Mitarbeiter. Diese Großbetriebe erwirtschaften mehr als 50 Prozent des Umsatzes der Branche. Dieser betrug 2016 rund 228 Mrd. Euro und lag damit um 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Montag, 04. September 2017, 13:55 Uhr
VDMA

Das Startup-Machine geht live

Die Digitalisierung prägt den Maschinenbau und wird die Industrie in Zukunft noch stärker prägen. Die Ideen vieler Startup-Unternehmen bekommen dabei eine immer größere Relevanz. Im Jahr seines 1... weiter...

Ähnliche News...

Dienstag, 22. September 2015, 09:15 Uhr
HDH/VDM

Kunststoffindustrie erwartet gute Geschäfte

Der Konjunkturtest im August 2015 bescheinigt der Kunststoffindustrie positive Entwicklungen bei der aktuellen Lage und den Erwartungen. Die Bewertung der Lage stieg von 36 Punkten im Juli 2015 ... weiter...