Montag, 21. August 2017, 09:43 Uhr Möbelverbände Herford

NRW-Landtagspräsident André Kuper beim Sommerfest zu Gast

Unter einem guten Stern – nicht nur was das Wetter anging – stand einmal mehr das Sommerfest der Möbelverbände Nordrhein-Westfalen und des TÜV Rheinland/LGA, das am 14. August auf der Uferterrasse des Museums „Marta“ in Herford stattfand. Nach einer Führung durch die aktuellen Ausstellungen im Museum für Gegenwartskunst – zugleich Dienstsitz der Veranstalter – begrüßten Gastgeber Berthold Heinz (TÜV Rheinland/LGA) und Wilfried Niemann (Vorsitzender des Verbands der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe) herzlich die etwa 120 Gäste des Abends aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Presse. Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag des Ehrengastes André Kuper, Präsident des nordrhein-westfälischen Landtags, der einen unterhaltsamen Bericht über die ersten Arbeitswochen des neuen Landtags in NRW zum Besten gab.

Kuper, vor seiner Vereidigung zum Präsidenten des am 14. Mai gewählten Landtags Bürgermeister der Stadt Rietberg in Ostwestfalen, verwies eingangs auf seinen persönlichen Bezug zu Möbel und Holz. Er lobte das bestehende engmaschige Netzwerk der Möbelbranche in Ostwestfalen-Lippe und bekräftigte die Spitzenposition von „Möbel made in OWL“. Schnell fokussierte Kuper jedoch politische Themen. Seine grundsätzlichen Herzensangelegenheiten seien der Ausbau der föderalen Struktur in Deutschland, die Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung des Landtags in Düsseldorf und der Kampf um Wahrung demokratischer Grundrechte. Beachtliche Zeit widmete Kuper darüber hinaus dem Thema Bürokratieabbau. Hier seien bereits wichtige Aktivitäten beschlossen bzw. initiiert: die Vereinfachung des Vergaberechts, e-Government zu Prozessbeschleunigung, der Bürokratie-TÜV auf Landesebene oder die Beschleunigung im Baurecht. Alles in allem hat der Kurswechsel in Nordrhein-Westfalen ein Ziel: „Mehr Schub für das Land“, wie Kuper formulierte. 

Hauptgeschäftsführer Dr. Lucas Heumann griff die letzten Passagen des Vortrags von André Kuper mit Freude auf. Aus Sicht der von ihm vertretenen Möbelindustrie in der Region sind besonders vier Punkte wichtig: der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Forcierung der digitalen Vernetzung „auf dem flachen Land abseits der Metropolen“, die Beschleunigung von Planfeststellungsverfahren sowie die Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Er empfahl der Landesregierung eine umfassende Überarbeitung des Landesentwicklungsplans LEP 2 der Vorgängerregierung. Eine dem Land NRW und seinen Bürgern massiv schadende Investitionsentscheidung eines bedeutenden Küchenmöbelherstellers (Anmerkung der Red.: damit dürfte Häcker gemeint sein) sei vor kurzem deswegen zugunsten Niedersachsens gefallen – was sich nicht wiederholen dürfe.

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