Mittwoch, 12.10.2016, 14:55 Uhr HDH Holzindustrie

Gute Umsätze – durchwachsene Aussichten

Die deutsche Holzindustrie blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2016 zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde ein kräftiges Umsatzwachstum von 4,3 Prozent auf 17,4 Mrd. Euro erzielt (2015: 16,7 Mrd. Euro). Damit hat sich die Branchenkonjunktur deutlich beschleunigt, denn im Vergleichszeitraum 2015 lag das Umsatzplus der Branche bei lediglich 1,5 Prozent.

In der deutschen Holzindustrie waren im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 148.982 Männer und Frauen in 941 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der Betriebe zwar um 0,8 Prozent zurück, jedoch nahm die Zahl der Beschäftigten mit einem Plus von 0,7 Prozent wieder leicht zu.

Der Hauptgrund für das deutliche Umsatzplus ist – nicht zuletzt durch die Zuwanderung – fraglos die erhebliche Zunahme der Bauaktivitäten, die auf gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und unverändert niedrige Zinsen zurückzuführen ist. Die meisten Unternehmen der Branche sind direkt oder indirekt von der Baukonjunktur abhängig: Entweder weil sie Bauten herstellen, Baumaterial liefern oder den fertiggestellten Wohnraum einrichten. Im Mehrfamilienhausbau legte die Zahl der genehmigten Wohnungen im ersten Halbjahr 2016 um 30,7 Prozent auf über 80.000 zu. Im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern stieg die Zahl der Häuser deutlich um 12,6 Prozent auf knapp 56.000. Die unmittelbarsten und positivsten Auswirkungen hat dies auf das Segment des so genannten „baunahen Bereichs“. Dieser umfasst die Hersteller von Fertighäusern, Fenstern, Türen, Treppen und anderen Bauelementen. Hier wuchs der Umsatz im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf über 2,5 Mrd. Euro.

Das zweitgrößte Segment des Holzgewerbes – die Holzwerkstoffindustrie – verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg um 1,2 Prozent auf rund 2,5 Mrd. Euro. Die Sägewerke partizipieren als Zulieferer für den baunahen Bereich und die Möbelindustrie stark an den dortigen Umsatzzuwächsen und verzeichneten daher im ersten Halbjahr ein deutliches Plus von 3,3 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Auch die Nachfrage nach Holzverpackungen steigt: Die amtlichen Werte weisen von Januar bis Juni 2016 einen Umsatzanstieg von 4,4 Prozent auf über 330 Mio. Euro aus. Das kleine Segment der „sonstigen Holzwaren“ (dies sind Holzveredelung sowie Kork-, Flecht- und Korbwaren) verzeichnete einen Umsatzrückgang um 39,1 Prozent auf rund 240 Mio. Euro. Positiv entwickelten sich Pinsel und Bürsten mit plus 12,2 Prozent auf 430 Mio. Euro.
 
Stark positiven Einfluss auf das gute Halbjahresergebnis haben die erfreulichen Zahlen der Möbelbranche. Die Erlöse der Möbelhersteller lagen im ersten Halbjahr mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro spürbar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums und über den Erwartungen noch zu Jahresbeginn. Die Möbelhersteller sind die mitarbeiter- und umsatzstärkste Einzelbranche der Holzindustrie.

Für das Gesamtjahr 2016 geht der HDH von einem Umsatzwachstum für die gesamte Holzindustrie von rund drei Prozent aus.

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