Freitag, 12.02.2016, 16:15 Uhr „Heimtextil“ 2016

Blau ist die aktuelle Trendfarbe

Neue Designs und technische Weiterentwicklungen über alle Produktsparten hinweg stellte die „Heimtextil“ 2016 in Frankfurt am Main heraus. Vom 12. bis 15. Januar 2016 zeigten 2.866 Aussteller aus allen Teilen der Welt, welche Materialien, Farben, Muster und Formen in der kommenden Saison angesagt sind und welche technischen Raffinessen für mehr Wohnkomfort sorgen. „Mit ihrem vielschichtigen Produktangebot hat die ,Heimtextil’ der internationalen Branche einen umfassenden Einblick in die angesagten Trends und Neuheiten verschafft. Produktdesigner und Trendinteressierte haben reichlich Inspirationen für die neue Einrichtungssaison gewinnen können“, sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt.

Als eine der Trendfarben der Messe kristallisierte sich Blau heraus – quer durch alle Heimtextil-Sortimente vom Dekostoff über die Tapete bis zu Badtextilien. Dabei ist die Tonalität weit gefächert: von hell bis dunkel, durchscheinend bis intensiv, kühl bis warm. Der Farbbogen spannt sich von lichtem Aquamarin über Türkis und Taubenblau bis hin zu Preußischblau, Petrol, Ultramarin und tiefem Nachtblau. Edel wirken dazu Silber und Titan wie auch Bordeaux und Marsala, kontrastreich Orange, Safran und Senf. Außerdem zeigt die Farbpalette freundliche Grünschattierungen wie Mint, Jade, Lemon und Reseda, gern in Kombination mit Rosa und Fuchsia. Non Colours wie Kitt, Creme, Sand, Taupe und Schlamm behaupten sich als saisonunabhängiger Langzeittrend.

Skandinavische Mode gilt als wegweisend und jetzt wird skandinavisches Design auch für das textile Interieur wieder entdeckt. Charakteristisch sind großformatige grafische und klar konturierte botanische Dekore mit einer kühnen, selbstbewussten Handschrift. Nachdem Wohnstoffe lange im Blumenmeer badeten, feiern nun grafische und geometrische Dessins ein furioses Revival – im minimalistischen Stil mit geradlinigen Gitter-Mustern, gestrichelten oder mäandernden Linien, zarten Spiralen und Punkten, Kreisen und Kugeln in unterschiedlichsten Interpretationen. Ebenfalls waren auf der „Heimtextil“ zu sehen: Dreiecke und Zickzack im handwerklich anmutenden Stencil-Look. Dieser Trend strahlt bis zu Blüten- und Blattmotiven aus, die oft stark abstrahiert und stilisiert dargestellt werden, manchmal reduziert bis auf eine luftig-leichte Kontur. (Quer- )Streifen geben sich höchst dekorativ im fantasievollen Mustermix, der auch verschiedene Techniken wie Jacquard, Crash, Cloqué und Chenille vereinen kann.

Eine große Rolle spielen belebte Oberflächen. Durch den Einsatz von Schrumpfgarnen entstehen Cloqué-Effekte und Borkenstrukturen. Scherlis mit Fransenkanten und flottierende Fäden gehen ebenfalls in die dritte Dimension. Allgegenwärtig sind Farbverläufe als Ombrés und Dégradés, Kettdruck und Chinés werden gekonnt simuliert. Changeant- Stoffe schimmern doppeldeutig durch verschiedenfarbige Garne. Glanz zieht sich durch alle Kollektionen – als feine Goldkontur an den Kanten, glitzernder Lurexfaden, metallischer Schimmer oder partieller Druck, wobei sich Silber und Titan zu Gold und Kupfer gesellen.

Ohne Velours, Samt, Chenille, Bouclés und Epinglés geht bei Möbelstoffen in der neuen Saison gar nichts. Unis werden durch Faux-Unis, Ministrukturen, Prägungen oder vielfarbige filigrane Streifen aufgewertet, die aus der Distanz wie Feinstcord aussehen. Besonders weich und farbbrillant sind Veloure aus Baumwoll-Modal-Mischungen mit sanftem Seidenglanz. Kerniger geben sich neuartige Garnmischungen mit Wolle und Tencel. Bei Modal-Artikeln sorgen spezielle Ausrüstungen für Wasser- und Fleckresistenz. Unis überraschen mit zum Teil sehr umfangreichen Farbpaletten bis zu 60 Tönen.

Als Eyecatcher fungieren sich auflösende Carrés oder ornamentale Ranken aus Bouclé-Garn, die sich plastisch vom schimmernden, flachgewebten Fond abheben. Sie repräsentieren einen nonchalanten Modern-Vintage Stil, der Polstermöbeln Charme und eigenständige Persönlichkeit verleiht. Auf breiter Front etabliert haben sich klassische Textilmuster wie Hahnentritt, Pepita, Chevron, Fischgrat und Tweed. Wieder an Bedeutung gewinnen aufwändige handwerkliche Verarbeitungstechniken. Kissen werden mit Quasten, Kedern, Fransen und Stehsäumen veredelt, Sitzmöbel mit Polsternägeln akzentuiert oder kapitioniert, also mit einer rautenförmigen Steppung versehen.

Der Digitaldruck ist inzwischen bei Interieurprodukten wie Dekostoffen, Rollos, Bettwäsche, Tischwäsche und Tapeten nicht mehr wegzudenken und nimmt weiterhin in allen Segmenten der Heimtextil stetig an Bedeutung zu. Mit dieser Technologie können auf verschiedensten Materialien – Polyester, Baumwolle, Leinen, Viskose, PVC etc. – beliebige Motive fotorealistisch in immer höherer Auflösung dargestellt werden.

Die neue Generation der Digitaldrucksysteme für Textilien verfügt über Druckbreiten bis 330 Zentimeter bei unbegrenzter Rapportlänge, was extrem großflächige Dekore ermöglicht. Im High-End-Bereich sind acht Farben und 64 Druckköpfe „State of the Art“ und garantieren gleichermaßen Farbbrillanz wie auch eine exakte, tiefenscharfe Wiedergabe mit feinster Rasterpunktstruktur. Neue Verfahren sichern eine verbindliche Farbdarstellung vom Monitor bis zum Endergebnis.

Die neuen wasserbasierten Tinten zeichnen sich durch Farbstärke und umweltfreundliche Eigenschaften aus. Einige sind sogar nach Öko-Tex Standard 100 zertifizierbar. Damit tragen sie gleichermaßen den Ansprüchen nach Produktionseffizienz, Wirtschaftlichkeit, Qualität und Nachhaltigkeit Rechnung.

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