Donnerstag, 04.02.2016, 13:00 Uhr Dr. Andreas Hettich

„Der Produktionsstandort Deutschland ist absolut sicher."

Hettich wächst wieder und konnte die Zahl seiner Kunden in den vergangenen Monaten deutlich erhöhen. Vor allem in Nordamerika und Asien sieht Dr. Andreas Hettich großes Potenzial für den System-Riesen Ostwestfalen. Er verdeutlicht im Interview mit der „möbelfertigung“ aber auch, warum weiter in Deutschland investiert wird und welche Chancen und Risiken das digitale Geschäft eröffnet.

möbelfertigung: Herr Dr. Hettich, 2013 und 2014 ist Hettich nicht gewachsen. War 2015 die Trendwende?
Dr. Andreas Hettich: Das kann man so sagen – auch wenn wir mit den stabilen Vorjahren auch nicht unzufrieden waren.
In Deutschland entwickelt sich der Bereich Küche gut. Wohn­möbel hingegen waren kaum ein ­Thema. Schlafzimmermöbel haben mit starker Konkurrenz in Osteuropa zu kämpfen, insbesondere aus Polen. Das Segment Büromöbel lief ordentlich. Für uns war zu-dem auch das Thema Weiße Ware interessant.

möbelfertigung: Verbinden Sie mit speziellen Regionen besondere Hoffnungen?
Dr. Andreas Hettich: Potenzial ergibt sich für uns immer aus zwei Faktoren: Wie viele Haushalte gibt es und wie viel Geld ist vorhanden? In Europa gibt es tendenziell etwas mehr Haushalte, weil sie kleiner werden, aber einen großen Einfluss auf die Anzahl der verkauften Möbel wird das nicht haben.
In Osteuropa existiert noch Nach­holbedarf, das eigentliche Wachstum findet aber außerhalb Europas statt. Eben im asiatischen und nordamerikanischen Raum. Denn dort wächst die Bevölkerung. Afrika ist noch kein Thema.

möbelfertigung: Unterscheidet sich die Möbelindustrie in Sachen Entwicklungspartnerschaft von anderen Industrien?
Dr. Andreas Hettich: Für Zu­lieferer ja. In der Möbelindustrie liegen in der Regel sämtliche Entwicklungskosten immer bei uns. In der Automobilindustrie dagegen ist es Usus, dass die Werkzeuge unseren Kunden gehören. Damit nehmen sie uns das Stückzahlrisiko ab. Bei
der Weißen Ware liegt das Modell irgendwo dazwischen.

möbelfertigung: Wie bewerten Sie denn insgesamt den Trend zur Individualität?
Dr. Andreas Hettich: Eigentlich sehe ich diesen Trend gar nicht als so stark ausgeprägt wie propagiert. Nehmen Sie das Beispiel Apple: Da reden alle von Individualität, obwohl eindeutig das Gegenteil der Fall ist. Alle wollen das gleiche Handy, das auch die anderen haben.

Das komplette Interview lesen Sie in der „möbelfertigung 1/2016“, die am 10. Februar erscheint.

Weitere Top-Themen der Ausgabe: Die komplette Restrukturierung der „Ligna“ erklärt von Vorstandsmitglied Dr. Jochen Köckler, Die Wachstumsstrategie der „Interzum“, Das große Trendpanel mit allem, was Kunden sich 2016 wünschen, mehr Effizienz bei kleineren Losgrößen an den Beispielen Nolte Küchen und Jeld-Wen, die Übernahme von Pfleiderer durch die eigene Tochtergesellschaft und Dr. Dr. Scheipermeiers ganz persönlicher Blick auf die Branche.

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