Mittwoch, 03.02.2016, 09:20 Uhr „Ligna“

Vorstandsmitglied Dr. Jochen Köckler erklärt die neue Messe-Struktur 2017

Die „Ligna“ ist unangefochten die Weltleitmesse der Holz verarbeitenden Industrie. Doch auch die Nummer eins der Branche muss sich weiterentwickeln, wenn sie auf der Pole Position bleiben möchte. Die „möbelfertigung“ traf Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG und Verantwortlicher für die „Ligna“, um zu erfahren, was sich hinter den großen Umstrukturierungen der Messe verbirgt und inwiefern Aussteller und Besucher davon profitieren sollen.

„möbelfertigung": Herr Dr. Köckler, am letzten Tag der „Ligna“ 2015 wurden große Veränderungen angekündigt: Die Messe bekommt eine komplett neue Struktur. Warum gehen Sie diesen Schritt?
Dr. Jochen Köckler: Weil alt­bekannte Grenzen innerhalb der Branche ein Stück weit verwischen – das hat sich immer wieder in den Gesprächen mit unseren Kernausstellern herauskristallisiert. Dort wird nicht mehr in den Kategorien Industrie und Handwerk gedacht. Sondern über kleine, mittlere und große Unternehmen gesprochen. Das hat Konsequenzen für die „Ligna“, da wir immer nach Möbelindustrie, Massivholzbearbeitung und Handwerk unterteilt haben. Der Schreiner ist früher in bestimmte Hallen gegangen, der Industrielle in eine andere. Das funktioniert so nicht mehr.
Der zweite Punkt war die Hallenstruktur, die sich seit Jahren nicht verändert hat. Damit wirkte es vor allem im nationalen Kontext oft so, als wenn einige Hersteller an der Seite führender Unternehmen ausstellen dürfen und andere nicht. Deshalb werden die Karten jetzt neu gemischt.
Der dritte Punkt ist die Internationalität. Die „Ligna“ der Zukunft soll ein Spiegelbild der Märkte sein und die meisten der Aussteller agieren global. Deshalb sollen sich auch ausländische Besucher bestmöglich auf dem Gelände zurechtfinden. Dafür war eine Korrektur notwendig.

möbelfertigung": Inwieweit verkompliziert sich die Aufplanung, wenn nahezu jedes Unternehmen einen neuen Standort bekommt?
Dr. Jochen Köckler: Natürlich mussten wir erst einmal das Gespräch mit den Ausstellern suchen. Dabei läuft alles reibungsloser als erwartet. Denn das Aufbrechen eingefahrener Strukturen bedeutet, dass viele eine neue Chance erhalten, sich auf der „Ligna“ optimal und in einem stimmigen Umfeld zu präsentieren.
Dabei hat sich die Aufplanung eher vereinfacht, denn wir verteilen die „big brands“ viel sinnvoller über das gesamte Messegelände. Am Ende des Tages bekommt wirklich jeder einen neuen Standort – wir sprechen nicht über die Auf­lösung einer Halle.

möbelfertigung": Mit der Auf­bereitung des Themas Industrie 4.0 beziehungsweise „Vernetzte Fertigung“ hat die „Ligna“ letztes Jahr eine Benchmark gesetzt. Wie viel Mut erforderte es, auf dieses Thema zu setzen?
Dr. Jochen Köckler: Im Prinzip war es eine Mischung aus der richtigen Idee, Mut – und auch dem Können in der Umsetzung, gemeinsam mit guten Partnern.
Die Begrifflichkeit Industrie 4.0 entstand erstmalig auf der „Hannover Messe“ im Jahr 2011 und wurde hier sehr konsequent besetzt. Einfach weil daraus neue Geschäftsmodelle für Aussteller entstehen. Es war dann nur logisch, dieses Thema auch an die Aussteller der „Ligna“ heranzutragen, um die individuelle Umsetzung des Ganzen in der Möbelindustrie widerzuspiegeln. Zumal die Holz verarbeitende Industrie schon sehr weit ist, die vielfachen Umstellungen auf Losgröße-1-Produktionen zeigen dies.
Darüber hinaus hat sich Hannover in den letzten Jahren zur Messe-Welthauptstadt für Industrie 4.0 und Vernetzte Fertigung entwickelt – die Digitalisierung zieht in die verschiedensten Produktionsfelder ein.
Wir haben das Thema bewusst abgegrenzt, indem wir es „Vernetzte Möbelfertigung“ genannt haben, statt Industrie 4.0. Gemeinsam mit dem VDMA und den Ausstellern konnten wir das Thema so herunterbrechen, dass wir es inhaltlich gut besetzt haben.

möbelfertigung": Erstmalig ist jetzt im „Ligna“-freien Jahr eine Konferenz geplant, die das Thema „Vernetzte Möbelfertigung” aufgreift …
Dr. Jochen Köckler: Dieser Vorschlag kam konkret vom „Ligna“-Team, denn gerade unsere großen Aussteller bekommen so die Chance, bei dieser Thematik sehr nah an der Branche dranzubleiben. Wir schaffen also eine ergänzende Gesprächsplattform.
Vom 3. bis zum 4. Mai findet diese neue Veranstaltung mit dem Thema „Vernetzte Fertigung in der Holzbearbeitung – die Branche auf dem Weg zu Industrie 4.0“ hier auf unserem Messegelände in der „Robotation Academy“ statt.

Das komplette Interview mit Dr. Köckler lesen Sie in der möbelfertigung 1/2016", die am 10. Februar erscheint.

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