Donnerstag, 23.10.2014, 07:11 Uhr Österreichische Möbelindustrie

Produktion ging im ersten Halbjahr 2014 um fast 7 Prozent zurück

Ein herber Schlag für die die österreichische Möbelindustrie: Sie reduzierte sich im ersten Halbjahr 2014 um 6,9 Prozent oder 61,7 Mio. Euro auf knapp 830 Mio. Euro. Die Exporte sanken um 3,4 Prozent. Gleichzeitig ging der Import um 4,2 Prozent zurück. „Nach dieser ersten Zwischenbilanz ist trotz des positiven Klimas zum Jahresauftakt die Konjunkturbelebung in Europa nicht in Schwung gekommen“, so Dr. Georg Emprechtinger (Foto), Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie.

Ein Plus konnten allerdings die Küchenmöbel verzeichnen. Sie legten in der ersten Jahreshälfte um 2,8 Prozent auf knapp 122,7 Mio. Euro zu. Auch die Hersteller von Matratzen behaupteten sich mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 57,2 Mio. Euro gut. Die im Vorjahr stark rückläufige Sitzmöbelsparte konnte mit plus 0,4 Prozent auf 107,3 Mio. Euro das Niveau halten. Die übrigen Segmente hatten teils erhebliche Verluste zu verkraften: Auf Wohnmöbel entfielen mit einem Minus von 31,6 Mio. Euro (minus 8,1 Prozent) mehr als die Hälfte des gesamten Produktionsrückgangs. Prozentual traf es mit minus 25,5 Prozent die Ladenmöbel, worunter sich zahlreiche Tischlereien gruppieren, am stärksten. Ihre Produktion sank um 23,6 Mio. Euro. Die Hersteller von Büromöbeln schlossen die erste Jahreshälfte 2014 mit einem Minus von 9,4 Prozent auf 115,9 Mio. Euro ab.

Die Exporte sanken um 3,4 Prozent oder knapp 14,2 Mio. Euro auf 396,6 Mio. Euro, wobei sich der negative Trend gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt hat. Hauptabnehmer österreichischer Exportmöbel waren zu über 90 Prozent europäische Länder, allen voran die EU und die Schweiz. Erfreuliche Zuwächse im Auslandsgeschäft konnten die Hersteller von Küchen (plus 9,4 Prozent) sowie von Matratzen und Unterfederungen (plus 14,9 Prozent) verzeichnen. Alle übrigen Sparten mussten ihren Export zurückschrauben.

Rund vier von zehn der aus Österreich exportierten Möbeln wurden auf dem deutschen Markt gekauft. Als wichtigster Handelspartner führte Deutschland insgesamt Möbel im Wert von 166,9 Mio. Euro ein (minus 4,7 Prozent). Einzig Küchenmöbel und Matratzen konnten hier mit einem Plus von 31,4 bzw. 16,7 Prozent punkten. Platz zwei unter den wichtigsten Handelspartnern belegt die Schweiz mit 75,6 Mio. Euro (plus 6,7 Prozent). Der drittgrößte Exportmarkt ist Polen mit 20,3 Mio. Euro minus 4,1 Prozent).

Beim Import hat sich der Trend zu weniger Einfuhren nach Österreich verstärkt. Diese sanken um 4,2 Prozent auf rund 827 Mio. Euro. Im Unterschied zum Vorjahr, in dem Küchenmöbel, Büromöbel und Matratzen/Unterfederungen noch höhere Importzahlen aufwiesen, gilt 2014 der rückläufige Trend für alle Sparten. Allein bei Wohnmöbeln ging das Volumen um 16,3 Mio. Euro (-6 %) zurück. Aus Deutschland wurden Möbel im Wert von knapp 413,5 Mio. Euro eingeführt (-7,9 %). Ein leichtes Plus von 2,2 Prozent auf 71,6 Mio. Euro weisen dagegen die Importe aus China auf. „Bei den Einfuhren stimmt bedenklich“, so Dr. Georg Emprechtinger, „dass die Hersteller aus Deutschland, obwohl sie qualitativ in derselben Liga spielen wie die österreichischen, sich trotzdem wiederholt mit Absatzschwierigkeiten konfrontiert sehen, während weit kostengünstiger produzierte Möbel aus Asien und Osteuropa sich behaupten oder gar gewinnen.“

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