Leere Staatskassen: Bella Italia in der Schuldenfalle

Gewitterwolken über Bella Italia: Der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands und die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-­Zone (gemessen an seiner Wirtschaftsleistung) sowie die acht­größte Wirtschaftsnation der Welt steckt tief in der Schulden­krise. Im vergangenen Jahr legte Italiens Wirtschaft um gerade mal 1,3 Prozent zu und hielt mit der öffentlichen Verschuldung längst nicht mehr Schritt. Das Defizit ­erreicht im laufenden Jahr den ­Rekordwert von mehr als 1,8 Billionen Euro, was beinahe 120 Prozent des italienischen Brutto­inlandsprodukts entspricht.

Luxusland in der Krise
Schwer zu glauben: „Made in Italy“ steht nahezu ohne Konkurrenz für üppigen Luxus und pralles ­Leben. Armani, Gucci, Prada, Versace – sind nur einige Label von vielen. Kann so ein Land wirklich von einer Pleite bedroht sein? „Der schöne Schein überdeckt die wirtschaftlichen Probleme schon ganz lange“, sagt Siegfried Breuer, Italien-Repräsentant der Germany Trade & Invest (GTAI) im Gespräch mit heute.de. Das Land leide massiv darunter, dass die Politik vorhandene strukturelle Probleme seit Jahren nicht angefasst hat. „Dem Land fehlt die Großindustrie, die Wirtschaft verteilt sich auf viele kleine Unternehmen“, erklärt Wirtschaftsförderer Breuer. Der Norden Italiens gilt als wirtschaftlich robust, im Süden aber fällt das Land auf den Stand eines Entwicklungslandes zurück.

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