Hettich: Innovationen gerade jetzt wichtig

Analyse und Prognose: Wie kam Hettich durch das von der weltweiten Konjunkturkrise geprägte Jahr und was erwartet der Beschlägespezialist für 2010? Die Redaktion der „möbelfertigung“ sprach mit den Geschäftsführern Dr. Andreas Hettich und Wolfgang Steib über Strategien, Produkte, Märkte und mehr.

möbelfertigung: Herr Steib, Sie sind ungefähr ein Jahr in der Geschäftsführung von Hettich. Wie groß war der Schritt vom Küchenhersteller zum Zulieferer?
Wolfgang Steib: Nicht so groß wie ich gedacht hatte, weil es ­große Schnittmengen gibt. Die Größte ist das Thema Funktionalität. Da besteht bei Küchenherstellern und Zulieferern eine sehr ähnliche Denke. Wobei wir bei Hettich ohnehin sehr wie ein ­Möbelhersteller denken. Denn wir müssen uns in unsere Kunden hineinversetzen, um aktuelle Bedürfnisse zu verstehen. Und ­vorausschauen, um eventuelle neue Wege aufzuzeigen, die vielleicht heute nicht so im Fokus ­eines Möbelherstellers stehen.

möbelfertigung: Welche neuen Herausforderungen haben sich für Sie ergeben?
Wolfgang Steib: Ich muss natürlich ein Unternehmen wie Hettich in seinen komplexen Strukturen erfassen. So habe ich zum Beispiel im letzten Jahr 21 Auslandsreisen unternommen, einfach um die Organisation kennenzulernen und zu sehen, mit welchen Konzepten und Strategien in den verschiedenen Märkten erfolgreich gearbeitet werden kann.
Ich befand mich sozusagen in einem Lehrjahr in Sachen Hettich.

möbelfertigung: Wie sieht Ihr ­persönliches Fazit nach einem Jahr aus?
Wolfgang Steib: Die Aufgabe ist spannend und das Potenzial des Unternehmens ist riesig. Die Entscheidung zu Hettich zu gehen, war absolut richtig und ich würde sie jederzeit wieder treffen.

möbelfertigung: Vor Ihrer Tätigkeit bei Hettich haben Sie in der ­deutschen Küchenmöbelindustrie gearbeitet. Wie steht diese aus ­Ihrer Sicht dar?
Wolfgang Steib: Das muss man differenziert sehen. Wir haben ein Krisenjahr hinter uns, das auch an der deutschen Möbelindustrie nicht spurlos vorbeiging. Dabei hat es manche Hersteller mehr getroffen als andere. Es hing sehr stark damit zusammen, wie und in welchen Ländern das jeweilige Unternehmen aufgestellt ist. Wer zum Beispiel in Spanien und England sehr aktiv war, der war natürlich härter getroffen als derjenige, der sein stärkstes Standbein in Deutschland hat, da hier der Markt stabiler war.
Entscheidend ist jetzt wie sich die Märkte entwickeln. Wir ­sehen auch weiterhin keine Erholung in Spanien, Italien geht eventuell auch noch weiter ­zurück, während Deutschland moderat wachsen könnte. Sehr positiv entwickelt sich Fernost.

möbelfertigung: Herr Dr. Hettich, wie bewerten Sie das Geschäftsjahr 2009?
Dr. Andreas Hettich: Es war das Jahr mit der größten Weltwirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Trotzdem bin ich insgesamt zufrieden, denn wir hatten ein recht stabiles Geschäft, vor allem im deutschen Markt.

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "möbelfertigung".

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