Türkei: Auf Möbelkurs

Die türkische Gruppe Eczacibasi hat sich im Herbst des vergangenen Jahres die Mehrheit an Burgbad gesichert, besetzt die Fliesensparte und gehört mit einem Umsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar zu den größten Konzernen der Türkei. Istikbal und Bellona mit jeweils 4.000 Mitarbeitern sowie Yatas, Tepe Mobilya, Kilim und Ipek sind Schwergewichte der türkischen Möbelindustrie und auch in Deutschland schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Von 2003 bis heute wuchs der Möbelexport aus der Türkei jährlich zweistellig und hat die Eine-Milliarde-Dollar-Hürde locker übersprungen. Allerdings ist die Krise auch am Bosporus angekommen.

Die Türkei kommt bislang besser durch die Krise als viele andere Schwellenländer, dennoch hat das Land zu kämpfen: Nach Prognosen des IWF wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 5,1 Prozent zurückgehen. Die Verhandlungen um ein schätzungsweise 20 bis 40 Mrd. Dollar schweres IWF-Hilfspaket waren im Januar abgebrochen worden. Dies berichtet die „Financial Times Deutschland“. Die türkische Regierung hatte deshalb Ende März ein weiteres Paket von Steuersenkungen zur Stützung der Konjunktur ­beschlossen. Wie bei dem zwei ­Wochen zuvor in Kraft getretenen Paket wurde bei mehreren Produktgruppen für eine Dauer von drei ­Mo­naten die Mehrwertsteuer gesenkt. Statt des Regelsatzes von 18 Prozent mussten lediglich acht Prozent gezahlt werden. Betroffen sind von der jüngsten Senkung Möbel, Computer, aber auch einige Maschinenkategorien und der Verkauf von kommerziell genutzten Immobilien.
Das Haushaltsdefizit hat sich in den ersten vier Monaten des Jahres auf 20,1 Mrd. türkische Lira (9,2 Mrd. Euro) ausgeweitet. Das ist doppelt so viel wie der ursprünglich für das Ende des Jahres angepeilte Wert und bereits halb so viel wie das neue Ziel.

Möbelbranche in der Türkei

Was sich auch auf die Möbelbranche auswirken wird. Auch wenn hier bisher alle Zeichen auf Expansion standen: Die türkische Möbelbranche gehört zu den am schnellsten wachsenden Sektoren der Wirtschaft. Sowohl die Pro­duktion als auch die inländische ­Nachfrage und der Außenhandel er­reichen zweistellige Steigerungsraten. Im Jahr 2007 haben die türkischen Möbelausfuhren erstmals die Grenze von einer Mrd. US-Dollar überschritten und lagen damit um 34,2 Prozent über dem ­Vorjahreswert. Nach Angaben des Verbandes der türkischen Möbelindustrie (Türkiye Mobilya Sanayiciler Dernegi, MOSDER) waren es 2008
bereits 1,33 Mrd. Dollar.

Die komplette Analyse des türkischen Marktes und Berichte zur Intermob sowie zur ZOW Istanbul lesen Sie in der aktuellen "möbelfertigung".

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