Türkei: Auf Möbelkurs

Die Türkei kommt bislang besser durch die Krise als viele andere Schwellenländer, dennoch hat das Land zu kämpfen: Nach Prognosen des IWF wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 5,1 Prozent zurückgehen. Die Verhandlungen um ein schätzungsweise 20 bis 40 Mrd. Dollar schweres IWF-Hilfspaket waren im Januar abgebrochen worden. Dies berichtet die „Financial Times Deutschland“. Die türkische Regierung hatte deshalb Ende März ein weiteres Paket von Steuersenkungen zur Stützung der Konjunktur beschlossen. Wie bei dem zwei Wochen zuvor in Kraft getretenen Paket wurde bei mehreren Produktgruppen für eine Dauer von drei Monaten die Mehrwertsteuer gesenkt. Statt des Regelsatzes von 18 Prozent mussten lediglich acht Prozent gezahlt werden. Betroffen sind von der jüngsten Senkung Möbel, Computer, aber auch einige Maschinenkategorien und der Verkauf von kommerziell genutzten Immobilien.
Das Haushaltsdefizit hat sich in den ersten vier Monaten des Jahres auf 20,1 Mrd. türkische Lira (9,2 Mrd. Euro) ausgeweitet. Das ist doppelt so viel wie der ursprünglich für das Ende des Jahres angepeilte Wert und bereits halb so viel wie das neue Ziel.
Möbelbranche in der Türkei
Was sich auch auf die Möbelbranche auswirken wird. Auch wenn hier bisher alle Zeichen auf Expansion standen: Die türkische Möbelbranche gehört zu den am schnellsten wachsenden Sektoren der Wirtschaft. Sowohl die Produktion als auch die inländische Nachfrage und der Außenhandel erreichen zweistellige Steigerungsraten. Im Jahr 2007 haben die türkischen Möbelausfuhren erstmals die Grenze von einer Mrd. US-Dollar überschritten und lagen damit um 34,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Nach Angaben des Verbandes der türkischen Möbelindustrie (Türkiye Mobilya Sanayiciler Dernegi, MOSDER) waren es 2008
bereits 1,33 Mrd. Dollar.
Die komplette Analyse des türkischen Marktes und Berichte zur Intermob sowie zur ZOW Istanbul lesen Sie in der aktuellen "möbelfertigung".
