Topcut: Geschäftsführer Anton Stahl zur Übernahme von Bullmer

Der Kleine schluckt den Großen: Als das alteingesessene Unternehmen Assyst/ Bullmer aus dem CAD/CAM-Bereich in die Insolvenz ging, nutzte Topcut-Geschäftsführer Anton Stahl die Gunst der Stunde und übernahm mit einem Investor den einstigen Konkurrenten.

möbelfertigung: Obwohl der Bereich der Leder- und Stoffzuschnittspezialisten in der Vergangenheit schon stark zusammengeschrumpft war, kehrt keine Ruhe ein: Herr Stahl, Anfang Juli haben Sie mit einem chinesischen Investor Ihren Mitbewerber Bullmer übernommen, der einige Monate zuvor Insolvenz angemeldet hatte. Gab es den Übernahmegedanken schon länger oder war es einfach eine günstige Gelegenheit zum richtigen Zeitpunkt?
Anton Stahl: Die Veränderungen in diesem Bereich waren in den letzten Monaten tatsächlich gravierend. Trotzdem kann man nicht von einem Schrumpfen sprechen, da ja auch die Firma Assyst einen Investor gefunden hat und wir die Firma Bullmer übernommen haben. Damit bleiben die Angebotskapazitäten im Markt in etwa gleich. Auch die Firma Lectra hat, als sie Humantec kaufte, die Produkte mit übernommen und entsprechende Produkte weiter in den Markt gebracht. So kann man zwar von Unruhe sprechen oder der Abnahme der Herstelleranzahl, jedoch nicht von einem Schrumpfen des Angebotes.
Übernahmegedanken gab es meinerseits im Vorfeld nicht. Es war eher der Anlass der unerwarteten Insolvenz der Firma Assyst/Bullmer, die mich dazu bewegt hat, Überlegungen in Richtung Kauf anzustellen. Dabei ging es mir in erster Linie darum, die Chance zu nutzen, durch diese Übernahme einen neuen Komplettanbieter im Markt zu bilden.

möbelfertigung: Spielte es eine Rolle, dass Sie das Unternehmen durch ihre langjährige Tätigkeit als Geschäftsführer bereits kannten?
Selbstverständlich spielte meine Geschäftstätigkeit als Geschäftsführer bei der Firma Bullmer in den Jahren 2002 bis 2005 eine Rolle. In dieser Zeit konnte ich die hervorragenden Fachkenntnisse der Mitarbeiter kennenlernen, den hohen Qualitätsstandard erfahren, verbunden mit der Möglichkeit, durch die eigene Fertigung ganz spezielle Kundenanforderungen umsetzen zu können. Nur damit ließen und lassen sich Spezial- und Sondermaschinen für die jeweiligen Anforderungen in den Industrien entwickeln.

möbelfertigung: Inwiefern profitiert Topcut von der Übernahme?
Anton Stahl: Die Firma Topcut baut durch diese Übernahme seine Produktpalette enorm weiter aus. Topcut war vor der Übernahme ein Spezialanbieter für die Polstermöbel- und Automobilindustrie im Bereich des automatisierten Lederzuschnitts, mit einem Schwerpunkt auf den Zuschnitt von technischen Textilien und Verbundfasermaterialien in der Luftfahrtindustrie. Durch die Erweiterung mit den Bullmer-Maschinen für Materialhandhabung und den Zuschnitt von Niedriglagen, Mittellagen und Hochlagen besitzt Topcut heute die Möglichkeit, seinen Kunden eine Produktpalette in einer weltweit
einzigartigen Ausprägung, dazu mit der Möglichkeit der Individualisierung der jeweiligen Maschinen, anzubieten.

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