Albrecht Hertz-Eichenrode im Interview – Private Equity: Wachstum braucht Kapital

möbelfertigung: Im Moment ist die Finanzkrise in aller Munde. Birgt eine solche Zeit Chancen für ein Private Equity-Unternehmen wie Hannover Finanz?
Albrecht Hertz-Eichenrode: Natürlich. Unsere besten und erfolgreichsten Engagements der letzten Jahre kamen 2003, also während der letzten Krise, zustande. Da sind wir fünf, sechs Beteiligungen eingegangen, die alle recht erfolgreich verlaufen sind.
möbelfertigung: Auch in der Möbelbranche spielt Private Equity eine wachsende Rolle, doch sind die Kenntnisse darüber häufig noch begrenzt. Wie kommen Beteiligungen an Unternehmen zustande? Wer tritt an wen heran?
Albrecht Hertz-Eichenrode: Normalerweise kommt das Geschäft auf uns zu. Allerdings im Regel-fall nicht direkt, sondern über Vermittler. Dabei kann es sich um Banken, firmenberatende Anwälte oder Wirtschaftsprüfer handeln. Fast neunzig Prozent des Geschäfts wird durch solche Vermittler an uns herangetragen.
möbelfertigung: Wie gehen Sie dann weiter vor?
Albrecht Hertz-Eichenrode: Wichtig ist für uns erst einmal, was
das Unternehmen macht. Welche Produkte werden mit welchen Technologien hergestellt? Der Innovationsgrad spielt eine große Rolle.
Um diesen Aspekt beurteilen zu können, lassen wir uns von Fachleuten der jeweiligen Branche beraten. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Firmenstrategie und -philosophie?
Es folgen die üblichen Prüfungen, zum Beispiel der Finanzen.
Aber das Wichtigste sind für uns die handelnden Personen, also der Unternehmer und das Management.
möbelfertigung: Es liegt also nicht in Ihrem Interesse, das vorhandene Management grundsätzlich auszutauschen?
Albrecht Hertz-Eichenrode: Nein, denn wir glauben nicht, dass wir die besseren Unternehmer sind. Natürlich verfügt Hannover Finanz über viele Erfahrungen aus unterschiedlichsten Industriebereichen und kann somit beratend zur Seite stehen, aber die besseren Unternehmer sind sicherlich nicht die Manager von Private Equity Gesellschaften.
möbelfertigung: Müssen auch die Mitarbeiter eines Unternehmens, an dem sich Hannover Finanz beteiligt, einbezogen werden?
Albrecht Hertz-Eichenrode: Wir stellen uns und unser geplantes Handeln im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung natürlich vor. Es ist ganz entscheidend, Vertrauen aufzubauen. Zumal es hier auch Vorurteile gegenüber Beteiligungsgesellschaften gibt.
Wie minimieren Sie das Risiko für Hannover Finanz?
Albrecht Hertz-Eichenrode: Zusätzlich zu den bereits erwähnten Dingen, möchten wir einen strategischen Plan des Unternehmens haben, der mit einem Business-Plan unterlegt ist und dies für die nächsten drei Jahre.
Dann überprüfen wir das komplette Finanzgerüst: Was sind die Werttreiber, wie ist das Unternehmen in Bezug auf internationale Märkte aufgestellt, wie sieht das Kostenmanagement aus und einiges mehr.
Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen "möbelfertigung 4".
