Resopal-Chef Donald Schaefer im Interview: HPL wird wieder die Nummer Eins

möbelfertigung: Herr Schaefer, lange Zeit hieß es, der amerikanische Konzern Illinois Tool Works (ITW) will den Geschäftsbereich „Decorative Surfaces“ mit dem amerikanischen Schichtstoffhersteller Wilsonart Int. und damit auch Resopal als deutsche Tochtergesellschaft verkaufen. Nun nicht mehr. Woran liegt das?
Donald Schaefer: Es ist schwer zu sagen, warum beschlossen wurde, dass es jetzt doch keinen Verkauf geben soll. Denn letztlich haben wir auch nie echte Argumente gehört, die überhaupt zu der Verkaufsentscheidung geführt haben. Fakt ist, dass der Verkaufsgedanke in einer Zeit entstand, in der für Unternehmen noch Höchstpreise gezahlt wurden. Das 7-10-Fache des Ebit in etwa, in unserem Fall also, bei einem achtfachen Wert, fast zwei Mrd. Dollar. Und dieser Verkaufspreis hat sich in der Zwischenzeit etwa halbiert. Da es sich bei Wilsonart um ein Unternehmen handelt, das hochprofitable Geschäfte macht – derzeit sogar führend innerhalb der ITW – und es keine echte Not gab oder gibt, sondern es sich wohl eher um eine Bereinigung innerhalb der ITW handeln sollte, kam nun der Entschluss, doch nicht zu verkaufen. Wir sind darüber sehr froh, auch wenn wir immer daran geglaubt haben, dass Resopal weiter besteht. Trotzdem gab es immer wieder Unsicherheiten seitens der Mitarbeiter. Und letztlich ist die ITW auch ein guter Arbeitgeber: Finanzstark und es gibt wenig bis keine Einmischung ins operative Geschäft.
möbelfertigung: Gab es negative Auswirkungen durch den Verkaufsbeschluss und wie sind die Auswirkungen jetzt?
Donald Schaefer: Eigentlich haben wir kaum etwas gemerkt. Investitionen wurden sicherlich ein wenig verschoben, so hatten wir überlegt, die Elementefertigung weiter auszubauen – dieses Projekt liegt noch auf Eis. Generell war es nicht ganz glücklich in einer Zeit, in der wir auf der Produktseite viele Dinge vorantreiben, die zur Folge haben, dass zunehmend mehr Arbeit vorhanden ist. Darauf müssen wir uns natürlich auch in der Produktion vorbereiten, leider ging das in den letzten Monaten nicht.
Das komplette Interview lesen in der aktuellen "möbelfertigung 3".
