Surteco-Chef Friedhelm Päfgen im Interview: Früh die Weichen stellen

Der Surteco-Konzern agiert mit den beiden strategischen Geschäftseinheiten ­Kunststoff und Papier weltweit in diversen Branchen und ist direkt von den Folgen der Wirtschaftskrise betroffen. Die „möbelfertigung“ sprach mit dem Surteco ­Vorstandsvorsitzenden Friedhelm Päfgen über Entlassungen, die Folgen der ­Wirtschaftskrise und die Übernahme des Pfleiderer-Aktienpaketes.

möbelfertigung: Herr Päfgen, Surteco plant eine Reduzierung der Konzernbelegschaft um 15 Prozent. Welche Bereiche sind hauptsächlich von Entlassungen betroffen?
Friedhelm Päfgen: Wir werden zum 30. September 2009 das Werk in Montreal mit etwa 100 Mitarbeitern schließen. Die Kapazitäten dieses Standortes wurden auf die anderen Werke in Greensboro und Brampton verteilt, drei Anlagen gehen auch in unser Joint-Venture-Werk in Santiago de Chile in Südamerika. Darin begründet sich schon einmal ein Großteil der Personalreduzierungen. Ansonsten gibt es eine Verlagerung in der Bundesrepublik Deutschland von den Papierkanten in Buttenwiesen nach Sassenberg. Wir schließen unsere Kantenproduktion in Bayern und bündeln die Kompetenzen in Westfalen. Dies ist die zweite größere Maßnahme, die zu erheblichen Personalanpassungen mit 60 Mitarbeitern führt. Der Rest, also noch rund 160 Mitarbeiter, werden zu gleichen Teilen in allen Gesellschaften der Surteco weltweit abgebaut.

möbelfertigung: Befürchten Sie nicht, mit dieser Maßnahme die ­Leistungsfähigkeit der Gruppe zu schwächen?
Friedhelm Päfgen: Das Ziel muss natürlich immer sein, dass man das Leistungsvermögen eines Unternehmens durch solche Maßnahmen in keinster Weise einschränkt. Darum haben wir bei allen Surteco-Gesellschaften Maßnahmenpläne implementiert, die einerseits die geringere Beschäftigung abbilden, aber trotzdem die Leistungsfähigkeit sicherstellen. Es sollte vielmehr so sein, dass wir auf diese Weise insgesamt noch effizienter und schneller werden, weil wir einzelne Prozesse untersuchen, neu definieren und verändern. Das passiert allerdings beinahe automatisch bei einem Stellenabbau durch die Neuvergabe bestimmter Aufgaben. Derartige Situationen setzen in vielen Fällen sogar ein großes Maß an Kreativität bei den verbleibenden Mitarbeitern frei, denn die Aufträge müssen in gleicher Qualität mit weniger Angestellten ausgeführt werden.

möbelfertigung: Sofern die derzeitige Krise anhält, müssen sicherlich noch weitere Maßnahmen getroffen werden. Könnte das auch den
Verlust weiterer Standorte bedeuten?
Friedhelm Päfgen: Ja, das könnte es. In erster Linie müssten wir dann über die Bundesrepublik nachdenken. Weil wir sicherlich nicht unsere Werke in Indonesien oder Australien schließen werden. Sondern Stand-orte hier in Deutschland unter die Lupe nehmen. Das wären natürlich größere Operationen, die dann erforderlich wären.

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 3 der "möbelfertigung".

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