Glunz: Die Bedeutung der Oberfläche wächst

Möbelfertigung: Die Möbelbranche hat die Glunz AG bislang kaum mit den Themen Dekor und Design in Verbindung gebracht. Was hat sich nach der Integration des Know-hows aus der ehemaligen Firma Hornitex verändert?
Michael Mai: Mit der Übernahme der ehemaligen Hornitex-Werke hat sich Glunz in der Möbelindustrie neu aufgestellt. Wir haben seitdem verstärkt in unsere Dekor-Kollektionen und Oberflächen investiert. Dazu haben wir unter dem Motto „One for Design Solutions“ die Zusammenarbeit mit externen Designern intensiviert und mit dem Sonae Design-Competence Center am Standort Horn-Bad Meinberg unser Service-Angebot für die Möbelindustrie entscheidend ausgebaut.
möbelfertigung: Wie wird diese Neuausrichtung von der
Möbelindustrie angenommen – auch vor dem Hintergrund, dass nach der Übernahme aus Hornitex Glunz wurde?
Michael Mai: Unsere Möbelindustrie-Kunden wissen, dass sie durch die Integration von Hornitex von einer deutlich vielfältigeren Auswahl an Dekoren, Laminaten, Arbeitsplatten sowie Oberflächen profitieren.
Wir nutzen jedes Jahr unsere Inhouse-Messe „Design-Expo“ imSonae Design-Competence Center, um unsere neuen Produkte der Möbelindustrie vorzustellen, die Kontakte zu unseren Kunden zu vertiefen und Neukunden anzusprechen. Die Resonanz auf unseren Messen zeigt zum Beispiel, dass unsere neue „ArtWork Collection“ und die Kollektion „Der Arbeitsplattenstar“ die Bedürfnisse der Möbelindustrie treffen.
möbelfertigung: Welche Anforderungen stellen die Möbelproduzenten an Glunz?
Michael Mai: Unsere Kunden erwarten von uns zeitgemäße Dekor- und Oberflächenkombinationen sowie Impulse für die Umsetzung moderner Möbeldesigns. Um dies zu leisten, müssen wir als Holzwerkstoffhersteller die internationalen Märkte beobachten, neue Möbeltrends frühzeitig aufspüren und zeitnah neue Produkte entwickeln. Hier profitieren wir natürlich von unserer Einbindung in die Sonae Indústria Gruppe.
möbelfertigung: Welche Rolle spielen Exklusiv-Dekore?
Michael Mai: Wir legen großen Wert auf die individuelle Beratung
unserer Kunden bei der Entwicklung von Dekoren – dabei können
natürlich auch exklusive Dekore entstehen.
möbelfertigung: Mit der Übernahme von Hornitex wurde Glunz zum einzigen Holzwerkstoffspezialisten, der auch selbst Dekore druckt. Ist diese Abteilung nach wie vor aktiv?
Michael Mai: Nein, seit November letzten Jahres kooperieren wir eng in der Dekorentwicklung und -produktion mit der Firma Interprint. Zu Beginn dieses Jahres haben wir deshalb die Druckerei in Horn stillgelegt.
möbelfertigung: Was gab den Ausschlag zu dieser Entscheidung?
Michael Mai: Das Werk Horn hat vor der Übernahme viele kleinere Aktivitäten geführt, die nicht alle zu unserem Kerngeschäft gehören. Dazu zählte auch die Druckerei. Wir verstehen uns nicht als Drucker, sondern als Holzwerkstoffhersteller, der in diesem Bereich mit Experten kooperiert. So können wir uns besser auf unsere Kernkompetenzen als Hersteller von Holzwerkstoffen und deren Veredelung konzentrieren.
Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen "möbelfertigung 3".
