Rehau: Die Marke als Erfolgsmotor

Stell dir vor, fast alle namhaften Automobilbauer setzen auf deine Produkte, beinahe jede Rasenheizung in der Fußball-Bundesliga ist mit Elementen aus deiner Fertigung bestückt und Prestigebauten von Dubai bis Cannes wären ohne deine Fensterlemente nur die Hälfte wert. Darüber hinaus machen deine Rollläden und Kanten Millionen Küchen zum Hingucker, dein Umsatz liegt weit jenseits der Milliarden-Grenze, du beschäftigst mehr als 15.000 Mitarbeiter an 170 Standorten auf allen Kontinenten - und trotzdem kennt dich kein Mensch? Ein Szenario, das sich heute kein Unternehmen mehr leisten kann. Denn durch die Globalisierung der Märkte und den ständig steigenden internationalen Konkurrenzdruck ist es zwingend erforderlich, sich von der grauen Masse abzuheben, um nicht in ihr unterzugehen. "Wir definieren mit polymerbasierten Lösungen die Grenzen des Möglichen täglich neu", sagt Jobst Wagner, Präsident des Supervisory Boards von Rehau über sein Unternehmen. In der öffentlichen Wahrnehmung erfüllte Rehau diesen selbstgesteckten Anspruch bis zum vergangenen Jahr nicht. Das Unternehmen galt zwar als Hersteller von qualitativ hochwertigen Produkten. Als Innovations- beziehungsweise Designführer konnte es sich jedoch nicht positionieren. Auch, weil es sich gegenüber der Öffentlichkeit regelrecht abschottete. 2002 stellte sich das Unternehmen neu auf und formierte die Geschäftsfelder Bau, Automotive und Industrie. 2006 entschied sich die Führung, in den Aufbau einer starken Marke zu investieren, die alle drei Geschäftsbereiche klammert. Dass Rehau seine Leistungen nicht direkt an den Endverbraucher verkauft, sondern an weiterverarbeitende Unternehmen, erschwerte die Markenbildung zusätzlich.
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