Stefan Huber/Häfele: Unterschiedliche Märkte mit großen Potenzialen


möbelfertigung: Herr Huber, Sie haben in Japan gelebt und kennen somit Land und Leute. Was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Eigenschaften des japanischen Möbel- bzw. Möbelzuliefermarkts?
Stefan Huber:
In Japan gibt es potenziell 127 Millionen Konsumenten, daher ist der Markt von seiner Größe und Kaufkraft her schon einmal etwas Besonderes.
Dazu kommt, dass der klassische japanische Konsument weniger Wert auf Langlebigkeit, als vielmehr auf Trends und – besonders wichtig – Markenimage legt. Bedingt dadurch werden relativ viele geringwertige Möbel aus asiatischer und immer noch japanischer Produktion verkauft, während sich im höherwertigen Segment der Blick sehr stark auf die Trends in Europa richtet.
möbelfertigung: Wo liegen in Japan die besonderen Herausforderungen für einen Zulieferer wie Häfele?
Stefan Huber:
Häfele Japan bedient fast ausschließlich den höherwertigen Markt. Hier liegt die Herausforderung in erster Linie darin, Produkte aus Europa, aber auch aus Asien ins Programm aufzunehmen, die den sehr hohen Anforderungen des japanischen Marktes an Güte und permanenter Qualität entsprechen.
Nicht weniger wichtig ist eine jederzeitige Verfügbarkeit der im Programm befindlichen Produkte in Japan, sowie eine sehr hohe Servicebereitschaft allen Kunden gegenüber. Letztendlich schafft die Kombination von hochwertigen Trendprodukten, hoher Lieferfähigkeit und Service- und Beratungsqualität für eine Firma wie Häfele Japan eine Differenzierung zu den lokalen Wettbewerbern und eröffnet Marktchancen.
möbelfertigung: Existieren für Zulieferer besondere Hürden seitens irgendwelcher Normen oder des Zolls?
Stefan Huber:
Allgemein gibt es für den Import und die Zertifizierung von Möbelbeschlägen keine Eintrittshürden in den japanischen Markt. Wenn man dies sagt, muss man aber hinzufügen, dass die vorhandenen hohen Marktstandards, insbesondere der Anspruch der japanischen Verarbeiter an die Qualität der Beschläge, eine sehr große Hürde darstellen.
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